Monat: April 2023

Bad Doberan – Backstein-Gotik und Seebad

Es gehört zu den herausragenden Zeugnissen der Backstein-Gotik: Das Doberaner Münster. Der imposante Anblick dieses bedeutenden Bauwerks mit seiner fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Ausstattung prägt bis heute das Bild der Stadt von Bad Doberan. Das Münster ist die ehemalige Kirche des Klosters, das Zisterzienser-Mönche im Jahr 1186 gründeten. Bald darauf wurde es das bedeutendste Kloster von Mecklenburg und bescherte dem Ort Wohlstand und Ansehen. 

Der Weiße Pavillon auf dem Kamp.

Das in seiner Gesamtheit gut erhaltene Klosterareal mit seinen beeindruckenden Bauten – der fast vollständig erhaltenen Klostermauer, dem Beinhaus, dem Kornhaus, der Wolfsscheune, dem Wirtschaftsgebäude und allen voran das Münster – lädt zu einer Entdeckungstour in die mittelalterliche Vergangenheit des Ortes ein.

Zur Stadt Bad Doberan gehört auch das Seebad Heiligendamm. 1793 gegründet, ist es das älteste Seebad Kontinental-Europas. Weltweit bekannt wurde der Ortsteil durch den G8-Gipfel 2007.

Mit der Gründung des Seebades – und als die Mecklenburgischen Herzöge daraufhin den Ort zu ihrer Sommerresidenz machten – erlebte Bad Doberan einen Aufschwung. Von dieser Epoche zeugen die Gebäude, die nur einige Schritte vom Klosterareal entfernt liegen: das von 1806 bis 1810 erbaute Großherzogliche Palais, das Großherzogliche Salongebäude (1801/1802), sowie das 1795/1796 erbaute Großherzogliche Logierhaus – das erste der nach der Seebadgründung errichtete Gebäude und zugleich das älteste Hotel an der Ostseeküste.

Die drei imposanten Gebäude liegen unmittelbar am 1800 angelegten Kamp, eine dreieckige, von Linden gesäumte Parkanlage, die im 19. Jahrhundert das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens im mondänen Seebad. Davon zeugen auch heute noch die beiden Pavillons im chinesischen Stil. Der Rote entstand 1808/09 diente als Ausschank und Musikstätte, der Weiße Pavillon (1810–1813) als Musikpavillon.

Eng mit dem Bild der Stadt Bad Doberans verbunden ist die Bäderbahn Molli, die durch die engen Straßen der Stadt schnauft, wenn sie vom Bahnhof über Heiligendamm bis nach Kühlungsborn fährt. Sie wurde 1886 in Betrieb aufgenommen. Die Strecke führte zunächst nur bis Heiligendamm, um die hochherrschaftlichen Badegäste bequem vom Bad Doberan zum Seebad zu bringen. 

Zwischen Heiligendamm und dem Zentrum Bad Doberans liegt die Galopp-Rennbahn, die älteste auf dem europäischen Festland.

Vom Fischland bis zur Zingst

Wenn ich an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns fahre, ist die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mein vorrangiges Ziel. Warum? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Vor allem liebe ich diese vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft zwischen der Ostsee auf der einen und den Bodden auf der anderen Seite. Hier findet man Steilküsten, flache Ufer und kilometerweite Sandstrände, Nehrungen und Strandseen, Wäldern und weite Wiesenflächen.

Die Seebrücke des Ostseebades Prerow.

Zudem liegt die Region ziemlich in der Mitte des Bundeslandes. Von dort sind die Hansestädte Rostock und Stralsund leicht erreichbar, ebenso Greifswald und Rostock.

Auch sind die Orte auf der Halbinsel von recht unterschiedlichem Charakter. Da sind die Ostseebäder Prerow und Zingst mit ihren kilometerweiten Sandstränden, die ehemalige Künstler-Kolonie Ahrenshoop sowie die am Bodden gelegenen früheren Fischerorte Wustrow, Born und Wieck mit ihren reetgedeckten Häusern.

Der wichtigste Grund ist aber, dass große Teile der Halbinsel zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gehören: So der Darßer Wald mit dem Leuchtturm Darßer Ort und weite Teile der Zingst mit den Sundischen Wiesen und den Kranich-Schlafplätzen am Pramort, wo bis zu 70.000 Kraniche in den flachen Boddengewässern einen sicheren Schlafplatz finden.

Durch den Schutz des Nationalparks darf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst auch heute noch eine Landschaft im stetigen Wandel sein. So wird Sand an den Steilküsten abgetragen und an anderer Stelle wieder abgelagert. 

Hier haben die Kräfte der Natur schon immer die Landschaft geformt. Noch im 14. Jahrhundert waren Fischland, Darß und Zingst drei Inseln, die durch schiffbare Strömungsrinnen voneinander getrennt waren. Ende des 14. Jahrhunderts wuchs – mit tatkräftiger Unterstützung des Menschen – Fischland mit dem Festland und mit dem Darß zusammen. Nach dem verheerenden Sturmhochwasser von 1872 wurde dann auch der Prerow-Strom abgedichtet, so dass aus den drei Inseln eine Halbinsel wurde.

Mit der Gornergrat-Bahn zu fantastischen Ausblicken

Für mich ist die Fahrt mit der Gornergrat-Bahn ein ganz besonderes Erlebnis, zählt sie doch mit zu den schönsten Bahn-Strecken Europas. 1896 wurde mit dem Bau der Bahn begonnen, bereits zwei Jahre später nahm sie ihren Betrieb auf. Als erste vollelektrifizierte Zahnradbahn der Schweiz war sie im ausklingenden 19. Jahrhundert eine weltweit bewunderte technische Meisterleistung.

Die Fahrt vom Zentrum Zermatts (1.605 Meter) bis zum 3.089 Meter hoch gelegenen Gornergrat dauert etwa eine halbe Stunde und gibt auf der 9,4 Kilometer langen Strecke spektakuläre Blicke auf die Bergwelt frei, darunter immer wieder neue Ausblicke auf das Matterhorn. An der Endstation befindet sich das Kulmhotel Gornergrat, das höchstgelegene Hotel der Schweiz mit einem Restaurationsbetrieb und einer Sternwarte.

Von den Aussichts-Terrassen eröffnet sich ein fantastische Berg-Panorama – das als eines der schönsten weltweit gilt. Von hier aus kann der Besucher bei guter Sicht auf 29 Viertausender ringsum blicken: darunter das Monte-Rosa-Massiv mit der Dufourspitze, (mit 4.634 Metern der höchste Berg der Schweiz), die Zwillinge Castor (4.228 Meter) und Pollux (4.092 Meter), der Liskamm (4.479 Meter) und natürlich das unverwechselbare Matterhorn (4.478 Meter). Ebenso bietet sich ein wunderbarer Blick auf das Gletscher-System des Gorner-Gletschers. Er gilt nicht nur als der älteste Gletscher der Alpen, nach dem Aletsch-Gletscher ist er auch der zweitgrößte. 

Wer von der Bergwelt noch etwas mehr als nur die Aussicht genießen möchte, der sollte auf der Rückfahrt an der nächsten Station Rotenboden (2.815 Meter) aussteigen. Von dort aus führen verschiedene Wanderwege durch das Gebiet. Unbedingt empfehlenswert ist die Wanderung zum nahegelegenen Riffelsee (2.757 Meter). Der See ist bekannt dafür, dass sich das Matterhorn in ihm spiegelt. Gut 200 Meter weiter liegt ein namenloser See gegangen, in dem sich das Matterhorn ebenso schön spiegelt. 

Neben den grandiosen Ausblicken auf die Bergwelt gibt es auf der Wanderung auch Pflanzen zu bewundern, die sich an diese extreme Höhenlage angepasst haben. Darunter die Frühlings-Küchenschelle und der Bayerische Enzian, sowie das Stängellose Leimkraut und die Gämsheide, eine kleine, niedrige Polsterpflanze, die dem Wind keine Angriffsfläche bietet. An der Station Riffelberg (2.582 Meter) kann man wieder in die Gornergrat-Bahn steigen und zurück nach Zermatt fahren.

Die Schweiz – Im Land der Viertausender

Nach einem bekannten Spruch sollen Gegensätze sich ja anziehen. Das kann ich nur bestätigen. Denn es zieht mich – obwohl ich ein typischer Küsten-Flachländer bin – auch immer wieder in ganz andere Regionen dieser Welt.

Gletscher-See vor Bergpanorama.

Und was ist nun der große Gegensatz zu Meer und Küste? Eben – die Berge. Und wenn schon Berge, dann will ich die wirklich hohen Berge sehen. Daher ist Schweiz mit ihren zahlreichen Viertausendern für mich das bevorzugte Hochgebirgs-Reiseziel. Immerhin sind 48 Gipfel der Schweiz über 4.000 Meter hoch – 41 davon liegen im Kanton Wallis. 

Für diese besondere Anziehungskraft gibt es gleich mehrere Gründe.

Da ich schon immer gerne zu Fuß unterwegs bin, bieten die Alpen beste Gelegenheiten zum Wandern. Dieses stetige Bergauf und Bergab ist doch etwas Anderes, als sich nur immer im flachen Land zu bewegen. Dazu ist es doch etwas ganz Besonderes, die Welt von oben zu betrachten und die fantastischen Ausblicke zu genießen.

Schon als junger Mensch habe ich mich für die Natur interessiert, ganz besonders für Pflanzen. Auch auf diesem Gebiet haben die Alpen für mich viel Neues zu bieten, das sich zu entdecken lohnt – die Alpen-Flora, die sich ganz gravierend von der Pflanzenwelt des Flachlandes unterscheidet.

Und dann sind da noch die Gletscher, die mich einfach faszinieren. Diese eisigen Welten, die einst gefürchtet waren, jetzt durch die Klima-Erwärmung stark bedroht sind. Ich musste die großen Gletscher einfach mal sehen – solange es sie noch gibt.

Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher der Alpen.