Monat: Mai 2023

An der Westküste

Die Westküste Schleswig-Holsteins erstreckt sich von der Elbe über das Mündungsgebiet der Eider bis hin zur dänischen Grenze, sie umfasst die Küstenregionen der Landkreise Dithmarschen und Nordfriesland.

Der Wechsel von Ebbe und Flut macht das sich ständig verändernde Wattenmeer zu einem ganz besonderen Lebensraum. Es ist so besonders, dass es zu seinem Schutz als Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ausgewiesen und von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt wurde. 

Vor den Deichen liegen die Inseln und Halligen, hinter den Deichen die von den Marschen geprägten flachen Küstenregionen. Auch die Küstenorte mit ihren idyllischen Häfen sind unbedingt einen Besuch wert. 

Und auch etwas abseits, im Hinterland gibt es immer wieder viel Sehenswertes und Interessantes zu entdecken.

Mecklenburg-Vorpommern

Bodden, Inseln und Seen

Als Kind bin ich gern und oft mit dem Finger auf Atlanten gereist, um die Welt zu erkunden. Schon damals hat mich die Küste Mecklenburg-Vorpommerns mit ihren geschwungenen Linien fasziniert. Bereits damals formte sich in meinem Kopf der Wunsch: Da möchte ich mal hin.
Die Faszination für diese Landschaft ist bis heute geblieben, ist eher noch größer geworden. Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, diese besondere Mischung aus Wasser und Land, aus Ostsee und Bodden, aus der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und den Inseln Hiddensee, Rügen und Usedom, begeistert mich immer wieder aufs Neue.

Zeesboote auf dem Saaler Bodden

Wichtig für mich ist auch, dass recht große Teile der Küste durch die Ausweisungen der Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund geschützt sind. So kann die Küste dynamisch bleiben und darf sich verändern.
Aber auch abseits der Küste gibt es für mich viel Interessantes zu entdecken. Überregional bekannt ist die Mecklenburgische Seenplatte mit dem Nationalpark Müritz. Aber auch die anderen Seen und viele Flüsse – die im Gegensatz zu ihren Geschwistern in der alten Bundesrepublik noch nicht so stark eingezwängt und verbaut wurden. Sie durften weitestgehend ihre Natürlichkeit bewahren, damit auch ihre Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

Zu den ganz großen Naturschauspielen des benachbarten Bundeslandes gehört der Zug der Kraniche. Den erleben zu dürfen ist jedes Mal wieder faszinierend, für mich immer wieder ein faszinierender Höhepunkt des Naturerlebens.

Speicherkoog Dithmarschen

Ziemlich genau in der Mitte zwischen den Urlaubsorten Büsum und Friedrichskoog liegt der Speicherkoog Dithmarschen. Er entstand 1978 als Maßnahme zur Verbesserung des Küstenschutzes und der Entwässerung des Hinterlandes. Ein Teil des durch die Eindeichung gewonnenen Landes wurde zur landwirtschaftlichen Nutzung ausgewiesen, weitere Areale blieben der Naherholung vorbehalten (Badestellen, Marina, Golfplatz, Surf-See).

Morgenstimmung im Speicherkoog Dithmarschen.

Da durch die Eindeichung ökologisch wertvolle Salzwiesen und Wattflächen unwiderruflich verloren gingen, wurden im Koog weiträumige Ausgleichsflächen für den Naturschutz geschaffen. Darunter zwei Naturschutzgebiete: das NSG Wöhrdener Loch im Nordteil und das NSG Kronenloch im Süden.
Im gesamten Speicherkoog bieten sich das ganze Jahr über gute Beobachtungsmöglichkeiten. Von den durch den Speicherkoog führenden Straßen lassen sich die Flächen gut einsehen. Auch von der erhöhten Warte des Seedeichs bieten sich gute Einblicke in die beiden Naturschutzgebiete.
Während des Vogelzuges sind hier immer wieder Raritäten anzutreffen. So zum Beispiel Odinshühnchen und Kampfläufer, die im Mai bereits mit ihrer spektakulären Balz beginnen. Im Sommer 2019 war sogar ein Rosa-Pelikan mehrere Wochen lang zu beobachten.
Im Wattwurm, dem von der Schutzstation Wattenmeer betriebenen Informationszentrum, können sich die Besucher über den Nationalpark Wattenmeer und den Speicherkoog informieren. Es werden auch geführte Exkursionen angeboten. Unmittelbar neben dem Informationszentrum beginnt ein etwa 500 Meter langer Bohlenweg, ein barrierefreier Lehrpfad, auf dem viel über die Natur des Speicherkoogs zu erfahren ist.