Monat: Januar 2026

Das Wallis – Wo die Schweiz am Höchsten ist

Das Wallis, der drittgrößte Kanton der Schweiz, zeigt sich vielfältig und abwechslungsreich. Das fängt bereits bei der Sprache an. Der westliche Teil des Kantons, das Unterwallis, ist französischsprachig, der östliche Teil, das Oberwallis, ist deutschsprachig. Die Grenze liegt zwischen den Orten Sierre (Siders) und Leuk.

Das Monte-Rosa-Massiv mit dem Gorner-Gletscher. Die Dafourspitze (links) ist der höchste Gipfel der Schweiz.

Das Wallis ist ein Kanton der Kontraste: im Tal der Rhone ermöglichen mediterrane Temperaturen den Anbau von Wein und Aprikosen, nicht weit entfernt sind die eisigen Welten der Bergriesen und mit ihren Gletschern zu finden. 

Im Wallis sind die Berg-Giganten zu Hause. Von den 48 Viertausendern der Schweiz liegen 41 ganz oder teilweise im Wallis. Darunter der höchste Berg der Schweiz, die 4.634 Meter hohe Dufourspitze und auch der bekannteste Berg der Alpen, das 4.478 Meter hohe Matterhorn.

Das Wallis ist auch die Heimat des Aletsch-Gletschers. Mit einer Länge von 20 Kilometern, einer Breite von durchschnittlich 1,5 Kilometern und einer maximalen Tiefe von 800 Metern ist er der größte und längste Gletscher der Alpen. 

Das Wallis ist auch der Kanton der noch jungen Rhone, die im deutschsprachigen Oberwallis noch Rotten genannt wird – der Rotten, nicht die Rotten. Erst im Unterwallis ändert sich der Name in Rhone. Sie entspringt im äußersten Nordosten des Kantons, am Rhone-Gletscher. Hier ist noch nicht zu vermuten, dass der Rotten zu einem der wasserreichsten Flüsse Europas heranwachsen wird. 

Der Rotten fließt zunächst durch das Goms mit den für diese Region typischen Holzhäusern und Ställen, die teils mehrere Hundert Jahre alt sind.

Zermatt ist einer der bekanntesten Urlaubs-Orte.

In seinem weiteren Verlauf durch das Oberwallis wird der Rotten durch den Zufluss von Bächen zusehends wasserreicher. So mündet die Saltina in Brig in den Rotten, knappe zehn Kilometer weiter fließt die Visp in dem gleichnamigen Ort in den Fluss. Die Visp bildet sich aus den beiden Gebirgsbächen Matter Visp und Saaser Visp, die das Mattertal und das Saastal mit den bekannten Orten Zermatt und Saas Fee durchfließen.

Am westlichen Ende des Kantons mündet die junge Rhone schließlich im Genfer See.

Sterbende Eisriesen

Die gewaltigen Eismassen der Gletscher haben mich bereits als junger Mensch fasziniert, doch irgendwie habe ich es nie geschafft, sie mir auch einmal in der Realität anzuschauen. Aber dann war es endlich soweit und es hieß: „Einmal noch die Gletscher sehen, solange es sie noch gibt“. 

Das mag jetzt vielleicht etwas übertrieben und theatralisch klingen, aber es ist nun mal eine Tatsache, dass die Gletscher unsere Alpen rasant schwinden. 

Einer wie ich, der nun doch schon eine Reihe von Jahren auf den Buckel hat, wird das Ende der Gletscher zwar nicht mehr erleben, aber für die heutigen Kinder und die folgenden Generationen wird das Aus vieler Gletscher zur Realität werden.

Wurden die Gletscher vor 150 Jahren noch als bedrohliche Ungeheuer angesehen, sind sie heute zu dahinsiechenden Riesen geschrumpft. Denn gerade unsere Alpen sind vom Klimawandel besonders stark betroffen, hier machen sich dessen Auswirkungen recht deutlich bemerkbar, die Folgen sind hier sichtbarer als anderswo. 

So haben die Schweizer Gletscher aufgrund des Klimawandels in den zehn Jahren von 2015 bis 2025 ein Viertel ihres Volumens verloren. Prognosen sagen, dass bereits in 30 bis 40 Jahren die meisten Gletscher der Ostalpen verschwunden sind.

Auch für die Deutschen Alpen sehen die Vorhersagen recht schlecht aus. So gab es zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch fünf Gletscher, seit 2022 sind es aber nur noch vier. Denn der Südliche Schneeferner ist so klein geworden, dass er nicht mehr als Gletscher geführt wird. Es wird angenommen, dass es 2050 wohl keine Gletscher mehr in den deutschen Alpen gibt.

An einigen Gletschern der Schweizer Alpen ist das Schwinden der Eismassen deutlich nachvollziehbar. Beispiele dafür sind der Aletsch-Gletscher, der Rhone-Gletscher und der Morteratsch-Gletscher