Die Westküste von Schleswig-Holstein hat sich im Laufe der Jahrhunderte ständig verändert. Durch Sturmfluten ging immer wieder Land verloren, im Gegenzug versuchten die Menschen durch Eindeichungen Land zu gewinnen. So prägt das Wechselspiel zwischen den Sturmfluten und der Landgewinnen das Gesicht dieser Landschaft.
Die Wehlen sind Zeugnisse frühere Sturmfluten und Deichbrüche.
Die Küstenbereiche sind meist künstliche, durch Menschenhand geschaffene Gebiete – die Köge, durch Eindeichungen gewonnenes Land. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stand bei diesen Maßnahmen neben dem Küstenschutz die Landgewinnung im Vordergrund. Dann trat ein Gesinnungswandel ein, so dass zumindest ein Teil der eingedeichten Fläche und Schutz gestellt wurde.
Der Rickelsbüller Koog an der Dänischen Grenze.Vogelreichtum im Hauke-Haien-Koog.
So sind in diesen Gebieten für die Tier- und Pflanzenwelt interessante Gebiete entstanden, da die dort vorhandenen Wasserflächen flachen Lagunenlandschaften gleichkommen, die es sonst an der schleswig-holsteinischen Westküste nicht mehr gibt. Diese Flächen sind zu wichtigen Rastplätzen während des Vogelzuges geworden, auch können sich die Vögel nach der Nahrungsaufnahme im Watt und bei Hochwasser hierher zurückziehen.
Als Sympathieträger sind die allseits beliebten Seehunde an der gesamten Nordseeküste unbestritten die Nummer Eins. Mit ihren runden Gesichtern, den großen Kulleraugen, der Stupsnase und den an Land tollpatschig wirkenden Bewegungen sammeln sie bei Erwachsenen ebenso Pluspunkte wie bei Kindern. Daher werden sie von den Feriengästen gerne als Postkartenmotiv an die Daheimgebliebenen geschickt oder als plüschiges Urlaubs-Souvenir mit nach Hause genommen. Doch nichts kommt dem faszinierenden und unvergesslichen Erlebnis gleich, die in der Nordsee heimische Robbenart in freier Wildbahn und damit in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Der Bestand an Seehunden ist zum Glück recht groß und auch stabil, so dass bei Fahrten im Wattenmeer immer wieder Seehunde beobachtet werden können. Wer sich nicht auf das Glück verlassen will, für den ist es recht einfach, in den Genuss dieses Erlebnisses zu kommen, da von April bis Oktober – sowohl vom Festland als auch von den Inseln – spezielle Fahrten zu den Seehundbänken angeboten werden.
Ein Ausflugsschiff vor einer SeehundbankRuhende Seehunde auf einer SandbankDie Seehunde wissen, dass ihnen von den Schiffen keine Gefahr drohtDaher lassen sie sich nicht stören …… und können ausgiebig beobachtet werden
Wer sich nicht auf das Glück verlassen will, für den ist es recht einfach, in den Genuss dieses Erlebnisses zu kommen, da von April bis Oktober – sowohl vom Festland als auch von den Inseln – spezielle Fahrten zu den Seehundbänken angeboten werden. Ausgangshäfen auf dem Festland sind Büsum, Strucklahnungshörn auf Nordstrand und Schlüttsiel. All diese Fahrten erfolgen in enger Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung. An guten Tagen können es mehrere Hundert Tiere sein, die bei Niedrigwasser auf den Sandbänken ruhen und ausgiebig Sonne tanken. Die Seehunde haben sich schon längst an die Annäherung der Schiffe gewöhnt und wissen, dass ihnen von dort keine Gefahr droht. Daher lassen sich die Seehunde nicht in ihrem wohligen Müßiggang stören und können von den Ausflugsschiffen aus ausgiebig beobachtet, fotografiert oder gefilmt werden. Die Fahrten werden von Experten begleitet, die viel Wissenswertes über Seehunde zu erzählen haben.
Tipp: Zur besseren Beobachtung der Seehunde empfiehlt es sich, ein Fernglas mitzunehmen. Eventuell können auch Ferngläser an Bord ausgeliehen werden.
Der nördlich des Dammes nach Nordstrand gelegene Beltringharder Koog ist mit einer Fläche von 34 Quadratkilometern das größte Naturschutzgebiet auf dem schleswig-holsteinischen Festland. Er wurde 1987 eingedeicht, um die Küstenlinie zu begradigen und so das Hinterland vor Sturmfluten zu schützen. Zwar ging auch bei dieser Eindeichung viel ökologisch wertvoller Lebensraum verloren, doch erstmals diente die eingedeichte Fläche ausschließlich den Zwecken des Naturschutzes. 1991 wurde der gesamte Koog als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Blick über den Beltringharder Koog
Durch ein effizientes Biotop-Management wurden unterschiedliche Lebensräume geschaffen. Im Norden und Osten befinden sich feuchte Grünlandflächen und der Lüttmoorsee, in der Mitte eine von den Gezeiten beeinflusste Salzwasserlagune, im Süden ein Süßwasserbereich und Sukzessionsflächen. Vier Hütten bieten ausgezeichnete Beobachtungsmöglichkeiten – zwei am Lüttmoordamm, eine mit Blick auf die Salzwasserlagune und die vierte mit Blick auf einen kleinen See Betreut wird das Gebiet durch die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz im Beltringharder Koog (AGNB), einem Zusammenschluss aus den vier Verbänden NABU, BUND, Schutzgemeinschaft Wattenmeer und dem WWF. Ein Nationalpark-Infozentrum befindet sich in der Integrierte Station Westküste an der Badestelle Lüttmoorsiel. Es werden Führungen angeboten.
Blick durch eine Beobachtungs-HütteHerbstfärbung im Beltringharder KoogHerbstfärbung im Beltringharder KoogGraugans mit Jungen
Eines kann ich nur empfehlen: Wer das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum besuchen möchte, der sollte genügend Zeit einplanen. Denn das vielseitige und gut aufeinander abgestimmte Angebot aus Aquarien, Ausstellungen und interaktiven Mitmachbereichen lässt den Aufenthalt wie im Fluge vergehen. Eine der Ausstellungen informiert über das Wasserland Schleswig-Holstein und über wandernde Fischarten wie Aale und Meerneunaugen. Sie zeigt die Lebenszusammenhänge der Tiere von den Bächen und Flüssen über den Nationalpark Wattenmeer bis hinaus in den offenen Atlantik. Weitere Exponate zeigen den Weg des Fisches vom Fang in den Supermarkt. Beeindruckend ist ein Diorama, in dem unterschiedliche Fischfang-Methoden dargestellt werden und das einen Eindruck über die Größe der verwendeten Netze gibt. Eine weitere Ausstellung ist dem Stör gewidmet, der noch bis 1969 in der Eider vorkam. Erwachsene wie auch Kinder begeistern sich gleichermaßen für die interaktiven Mitmachbereichen. Wer Lust hat, kann Brandungswellen erzeugen oder einen Krabbenkutter in die Fanggründe steuern – wobei aber darauf geachtet werden muss, dass einem der Diesel nicht ausgeht. Die großen Besucher-Magneten des Nationalpark-Zentrums sind aber das Großraum-Aquarium und das Wal-Haus im Untergeschoss des Nationalpark-Zentrums.
Aquarien im Nationalpark-Zentrum Die Brandungswellen kann man auch von unten betrachtenGemeiner TintenfischNagelrochenSeepferdchen
Die Aquarien Es soll bekanntlich ja beruhigend sein, vor einem Aquarium zu sitzen und den Fischen beim Schwimmen zuzusehen. Wer in der theaterähnlichen Sitzlandschaft vor dem Großraum-Aquarium sitzt und ganz entspannt beobachtet, wie die Fische die hinter der fast 35 Zentimeter dicken Panoramascheibe aus Acryl-Glas ihre Runden drehen, kann das nur bestätigen. Das Großraumaquarium ist eine der Attraktionen des Multimar Wattforums. Das Becken ist sieben Meter tief, sechs Meter breit und fasst etwa 250.000 Liter Wasser. Schwarmfische, aber auch große Fische bis zu einer Länge von zwei Metern – unter ihnen Katzenhai, Stör, Dorsch und Rochen, aber auch Seewolf und Helgoländer Hummer – haben hier eine neue Heimat gefunden. Tipp: Großer Beliebtheit erfreuen sich die Fütterungen der Fische, zu der ein Taucher zweimal in der Woche mit einem Netz voller Fischstücke und Krabben (kein Lebendfutter) ins Aquarium steigt. Mit einem Tauch-Mikrofon ausgerüstet erzählt der Taucher Wissenswertes über die Bewohner des Aquariums und beantwortet Fragen aus den Reihen der Besucher. Neben dem Großraum-Aquarium zeigen weitere 36 Groß- und Sonder-Aquarien mehr als 280 Arten von Fischen, Krebsen, Muscheln und Schnecken in ihren Lebensräumen – von den Oberläufen der Bäche über Brackwasserzonen bis in die Tiefwasserbereiche der Nordsee.
Die Unterwasserwelt im Großraum-AquariumAtlantischer StörHummerFütterung im Großraum-Aquarium
Im Reich der Wale Besonders beeindruckend ist das Wal-Haus im Untergeschoss des Nationalparkzentrums. Blickfang ist das 17,5 Meter lange Skelett eines Pottwals, der 1997 im Wattenmeer strandete: ein Bulle, etwa 45 Tonnen schwer und 25 bis 30 Jahre alt. Scheinbar schwerelos schwebend, hängt das aus 157 Einzelknochen bestehende Originalskelett des sanften Giganten von der Decke. Die linke Körperhälfte ist durch eine Kunststoffhalbschale nachgebildet, die perfekt der Körperform des abtauchenden Tieres nachempfunden wurde. Auf dieser Seite sind am Kopf die Spuren erkennbar, die der Kampf mit einem Riesenkraken hinterlassen haben könnte. Und auf der anderen Seite sind Schädel, Unterkiefer und Zähne zum Anfassen nah. Neben ihm hängt das sechseinhalb Meter lange Skelett eines Zwerg- oder Minkwals, der im August 2012 am Hindenburg-Damm strandete. Eine Körperhälfte ist ebenfalls mit einer Kunststoff-Schale nachgebildet. Im Vergleich zum Pottwal verdeutlicht das aus 152 Knochen bestehende Zwergwal-Skelett anschaulich die Unterschiede zwischen Zahn- und Barten-Walen und deren unterschiedlichen Ernährungsweisen. Dritter im Bunde ist das Skelett eines Grindwals. Der viereinhalb Meter lange Meeressäuger im Oktober 2018 an den Strand von St. Peter-Ording angespült. Grindwale, auch Pilotwale genannt, kommen regelmäßig im Nordatlantik vor. In der südlichen Nordsee sind sie hingegen seltene Irrgäste. Ergänzt werden die Wal-Skelette durch die lebensgroße Modelle von Schweinswalen, der einzigen Walart, die dauerhaft im Nationalpark leben und auch immer mal wieder beobachtet werden können.
PottwalZwergwalModell eines Schweinswals
Fischotter Im nächsten, dem nunmehr fünften Bau-Abschnitt ist eine weitere Attraktion geplant: eine Fischotter-Anlage mit einem Teich und einem Fließgewässer, in dem Besucher die eleganten Schwimmer in ihrem Element beobachten können. Zudem wird es möglich sein, die Tiere durch ein Sichtfenster unter Wasser schwimmen und tauchen zu sehen. Eine Ausstellung wird das informations-Angebot zum Thema Fischotter komplettieren. Die Anlage wird voraussichtlich im Sommer 2023 eröffnet werden.
Im Allgemeinen sind die Halligen nur mit dem Schiff oder auch über einen Loren-Damm zu erreichen. Doch die Hamburger Hallig bildet eine Ausnahme: Ein gut drei Kilometer langer Damm verbindet die Hamburger Hallig mit dem Festland. Daher ist die Hallig in den Sommermonaten trockenen Fußes, per Fahrrad und sogar mit dem Auto zu erreichen.
Die Hamburger Hallig mit dem Hallig-Krog und den Neben-Gebäuden
Zu beiden Seiten des Dammes befinden sich etwa 1.000 Hektar Salzwiesen – eines der größten zusammenhängenden Salzwiesengebiete in Europa. Wer die Hallig zu Fuß oder per Rad aufsucht, kann sich an dem Mosaik der Salzwiesen-Vegetation erfreuen. Zudem bietet ein etwa ein Kilometer langer Salzwiesen-Lehrpfad die seltene Möglichkeit, direkt durch Salzwiesen zu wandern und Strandflieder, Strand-Beifuß und Strand-Aster aus nächster Nähe zu bewundern Ausgangspunkt ist das vor dem Deich liegende Info-Zentrum Amsinck-Haus, in dem eine Ausstellung über die Geschichte, die Natur und die Kultur dieser besonderen Landschaft informiert. Zu den Service-Leistungen gehören Ein Parkplatz, ein Ticket-Automat für die Überfahrt zur Hallig und ein Fahrrad-Verleih. Auf dem halben Weg zur Hallig liegt auf dem Schafsberg eine Station des NABU, in der der Naturschutzverein über die Vogelwelt informiert. Und in einem ehemaligen Stall auf der Hallig kann der Besucher in der von der Nationalparkverwaltung betriebenen Watt-Werkstatt viel über den Lebensraum Watt erfahren.
Das Amsinck-HausAuf dem Damm zur HalligDie NABU-Station auf dem SchafsbergStrand-Aster auf dem Salzwiesen-Lehrpfad
Auf der Hallig befindet sich der Hallig-Krog, in dem die Gäste mit landestypischen Gerichten aus regionalen Produkten und natürlich mit Kaffee und Kuchen verwöhnt werden. Der Hallig-Krog wir nur im Sommerhalbjahr von April bis Oktober bewirtschaftet.
Die Westküste Schleswig-Holsteins erstreckt sich von der Elbe über das Mündungsgebiet der Eider bis hin zur dänischen Grenze, sie umfasst die Küstenregionen der Landkreise Dithmarschen und Nordfriesland.
Der Wechsel von Ebbe und Flut macht das sich ständig verändernde Wattenmeer zu einem ganz besonderen Lebensraum. Es ist so besonders, dass es zu seinem Schutz als Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ausgewiesen und von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt wurde.
Vor den Deichen liegen die Inseln und Halligen, hinter den Deichen die von den Marschen geprägten flachen Küstenregionen. Auch die Küstenorte mit ihren idyllischen Häfen sind unbedingt einen Besuch wert.
Und auch etwas abseits, im Hinterland gibt es immer wieder viel Sehenswertes und Interessantes zu entdecken.
Leuchtturm WesterheversandAuf Hallig HoogeKrokus-Blüte im Husumer Schloss-Park
Als Kind bin ich gern und oft mit dem Finger auf Atlanten gereist, um die Welt zu erkunden. Schon damals hat mich die Küste Mecklenburg-Vorpommerns mit ihren geschwungenen Linien fasziniert. Bereits damals formte sich in meinem Kopf der Wunsch: Da möchte ich mal hin. Die Faszination für diese Landschaft ist bis heute geblieben, ist eher noch größer geworden. Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, diese besondere Mischung aus Wasser und Land, aus Ostsee und Bodden, aus der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und den Inseln Hiddensee, Rügen und Usedom, begeistert mich immer wieder aufs Neue.
Zeesboote auf dem Saaler Bodden
Wichtig für mich ist auch, dass recht große Teile der Küste durch die Ausweisungen der Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund geschützt sind. So kann die Küste dynamisch bleiben und darf sich verändern. Aber auch abseits der Küste gibt es für mich viel Interessantes zu entdecken. Überregional bekannt ist die Mecklenburgische Seenplatte mit dem Nationalpark Müritz. Aber auch die anderen Seen und viele Flüsse – die im Gegensatz zu ihren Geschwistern in der alten Bundesrepublik noch nicht so stark eingezwängt und verbaut wurden. Sie durften weitestgehend ihre Natürlichkeit bewahren, damit auch ihre Vielfalt an Pflanzen und Tieren.
Die Kreideküste vom RügenBlick über die Hansestadt StralsundIm Müritz-Nationalpark
Zu den ganz großen Naturschauspielen des benachbarten Bundeslandes gehört der Zug der Kraniche. Den erleben zu dürfen ist jedes Mal wieder faszinierend, für mich immer wieder ein faszinierender Höhepunkt des Naturerlebens.
Ziemlich genau in der Mitte zwischen den Urlaubsorten Büsum und Friedrichskoog liegt der Speicherkoog Dithmarschen. Er entstand 1978 als Maßnahme zur Verbesserung des Küstenschutzes und der Entwässerung des Hinterlandes. Ein Teil des durch die Eindeichung gewonnenen Landes wurde zur landwirtschaftlichen Nutzung ausgewiesen, weitere Areale blieben der Naherholung vorbehalten (Badestellen, Marina, Golfplatz, Surf-See).
Morgenstimmung im Speicherkoog Dithmarschen.
Da durch die Eindeichung ökologisch wertvolle Salzwiesen und Wattflächen unwiderruflich verloren gingen, wurden im Koog weiträumige Ausgleichsflächen für den Naturschutz geschaffen. Darunter zwei Naturschutzgebiete: das NSG Wöhrdener Loch im Nordteil und das NSG Kronenloch im Süden. Im gesamten Speicherkoog bieten sich das ganze Jahr über gute Beobachtungsmöglichkeiten. Von den durch den Speicherkoog führenden Straßen lassen sich die Flächen gut einsehen. Auch von der erhöhten Warte des Seedeichs bieten sich gute Einblicke in die beiden Naturschutzgebiete. Während des Vogelzuges sind hier immer wieder Raritäten anzutreffen. So zum Beispiel Odinshühnchen und Kampfläufer, die im Mai bereits mit ihrer spektakulären Balz beginnen. Im Sommer 2019 war sogar ein Rosa-Pelikan mehrere Wochen lang zu beobachten. Im Wattwurm, dem von der Schutzstation Wattenmeer betriebenen Informationszentrum, können sich die Besucher über den Nationalpark Wattenmeer und den Speicherkoog informieren. Es werden auch geführte Exkursionen angeboten. Unmittelbar neben dem Informationszentrum beginnt ein etwa 500 Meter langer Bohlenweg, ein barrierefreier Lehrpfad, auf dem viel über die Natur des Speicherkoogs zu erfahren ist.
Im Speicherkoog Dithmarschen.Info-Zentrum WattwurmWeißwangen-Gänse rasten im Speicherkoog.Kampfläufer im Prachtkleid.
Es gehört zu den herausragenden Zeugnissen der Backstein-Gotik: Das Doberaner Münster. Der imposante Anblick dieses bedeutenden Bauwerks mit seiner fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Ausstattung prägt bis heute das Bild der Stadt von Bad Doberan. Das Münster ist die ehemalige Kirche des Klosters, das Zisterzienser-Mönche im Jahr 1186 gründeten. Bald darauf wurde es das bedeutendste Kloster von Mecklenburg und bescherte dem Ort Wohlstand und Ansehen.
Der Weiße Pavillon auf dem Kamp.
Das in seiner Gesamtheit gut erhaltene Klosterareal mit seinen beeindruckenden Bauten – der fast vollständig erhaltenen Klostermauer, dem Beinhaus, dem Kornhaus, der Wolfsscheune, dem Wirtschaftsgebäude und allen voran das Münster – lädt zu einer Entdeckungstour in die mittelalterliche Vergangenheit des Ortes ein.
Zur Stadt Bad Doberan gehört auch das Seebad Heiligendamm. 1793 gegründet, ist es das älteste Seebad Kontinental-Europas. Weltweit bekannt wurde der Ortsteil durch den G8-Gipfel 2007.
Mit der Gründung des Seebades – und als die Mecklenburgischen Herzöge daraufhin den Ort zu ihrer Sommerresidenz machten – erlebte Bad Doberan einen Aufschwung. Von dieser Epoche zeugen die Gebäude, die nur einige Schritte vom Klosterareal entfernt liegen: das von 1806 bis 1810 erbaute Großherzogliche Palais, das Großherzogliche Salongebäude (1801/1802), sowie das 1795/1796 erbaute Großherzogliche Logierhaus – das erste der nach der Seebadgründung errichtete Gebäude und zugleich das älteste Hotel an der Ostseeküste.
Die drei imposanten Gebäude liegen unmittelbar am 1800 angelegten Kamp, eine dreieckige, von Linden gesäumte Parkanlage, die im 19. Jahrhundert das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens im mondänen Seebad. Davon zeugen auch heute noch die beiden Pavillons im chinesischen Stil. Der Rote entstand 1808/09 diente als Ausschank und Musikstätte, der Weiße Pavillon (1810–1813) als Musikpavillon.
Eng mit dem Bild der Stadt Bad Doberans verbunden ist die Bäderbahn Molli, die durch die engen Straßen der Stadt schnauft, wenn sie vom Bahnhof über Heiligendamm bis nach Kühlungsborn fährt. Sie wurde 1886 in Betrieb aufgenommen. Die Strecke führte zunächst nur bis Heiligendamm, um die hochherrschaftlichen Badegäste bequem vom Bad Doberan zum Seebad zu bringen.
Zwischen Heiligendamm und dem Zentrum Bad Doberans liegt die Galopp-Rennbahn, die älteste auf dem europäischen Festland.
Das Torhaus des ehemaligen Zisterzienser-Klosters.Der Weiße Pavillon auf dem Kamp.Die Bäderbahn Molli fährt die durch die Straßen von Bad Doberan.Das Doberaner Münster ist ein gut erhaltenes Zeugnis der Backstein-Gotik.Das 1793 gegründete Seebad Heiligendamm wurde weltweit durch den G8-Gipfel 2007 bekannt.
Wenn ich an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns fahre, ist die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mein vorrangiges Ziel. Warum? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.
Vor allem liebe ich diese vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft zwischen der Ostsee auf der einen und den Bodden auf der anderen Seite. Hier findet man Steilküsten, flache Ufer und kilometerweite Sandstrände, Nehrungen und Strandseen, Wäldern und weite Wiesenflächen.
Die Seebrücke des Ostseebades Prerow.
Zudem liegt die Region ziemlich in der Mitte des Bundeslandes. Von dort sind die Hansestädte Rostock und Stralsund leicht erreichbar, ebenso Greifswald und Rostock.
Auch sind die Orte auf der Halbinsel von recht unterschiedlichem Charakter. Da sind die Ostseebäder Prerow und Zingst mit ihren kilometerweiten Sandstränden, die ehemalige Künstler-Kolonie Ahrenshoop sowie die am Bodden gelegenen früheren Fischerorte Wustrow, Born und Wieck mit ihren reetgedeckten Häusern.
Der wichtigste Grund ist aber, dass große Teile der Halbinsel zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gehören: So der Darßer Wald mit dem Leuchtturm Darßer Ort und weite Teile der Zingst mit den Sundischen Wiesen und den Kranich-Schlafplätzen am Pramort, wo bis zu 70.000 Kraniche in den flachen Boddengewässern einen sicheren Schlafplatz finden.
Durch den Schutz des Nationalparks darf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst auch heute noch eine Landschaft im stetigen Wandel sein. So wird Sand an den Steilküsten abgetragen und an anderer Stelle wieder abgelagert.
Hier haben die Kräfte der Natur schon immer die Landschaft geformt. Noch im 14. Jahrhundert waren Fischland, Darß und Zingst drei Inseln, die durch schiffbare Strömungsrinnen voneinander getrennt waren. Ende des 14. Jahrhunderts wuchs – mit tatkräftiger Unterstützung des Menschen – Fischland mit dem Festland und mit dem Darß zusammen. Nach dem verheerenden Sturmhochwasser von 1872 wurde dann auch der Prerow-Strom abgedichtet, so dass aus den drei Inseln eine Halbinsel wurde.
Die Gewässer der Bodden haben ihren ganz eigenen Charakter.Der Westrand des Darßer Waldes.Kraniche fliegen über die Bodden zu ihren Schlafplätzen.Der am Bodden gelegene Ort Born besticht durch die zahlreichen reetgedeckten Häuser mit ihren bunten Türen.Die Seebrücke des Ostseebades Prerow.