Kategorie: Erlebnisse im Nationalpark

Elegante Flugkünstler – die Seeschwalben

An den spitz zulaufenden Flügeln und dem gegabelten Schwanz sind Seeschwalben gut zu erkennen.

Mit ihrem silber-weißen Federkleid werden die Seeschwalben oft mit den Möwen in einen Topf geworfen. Was auch verständlich ist, da ohne Zweifel eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden ist. Aber wenn man etwas genauer hinschaut, sind sie doch recht gut voneinander zu unterscheiden.

So sind Seeschwalben in ihrem Erscheinungsbild schlanker und eleganter als Möwen, wirken nicht so plump. Auch sind sie im Flug gut an ihrem gegabelten Schwanz und ihren spitz zulaufenden Flügeln zu erkennen. 

Es ist immer wieder faszinierend, Seeschwalben beim Jagen zu beobachten, denn sie haben eine besonders markante Jagd-Technik entwickelt. Um kleine Fische zu erbeuten, stehen sie zunächst rüttelnd über dem Wasser in der Luft, um sich dann urplötzlich mit angelegten Flügeln und Kopf voran ins Wasser hineinzustürzen.

An unseren Küsten kommen fünf Arten von Seeschwalben als Brutvögel vor: Am häufigsten sind die Küsten- und die Flussseeschwalbe, seltener sind die Zwergseeschwalbe und die Brandseeschwalbe. Die Lachseeschwalbe ist hingegen in unseren Breiten eine große Rarität geworden. Sie brüten bei uns in Deutschland nur noch mit sehr wenigen Brutpaaren.

Die Küsten- und die Flussseeschwalbe sind sich sehr ähnlich. Sie lassen sich aber gut an ihren Schnäbeln unterscheiden: bei der Küstenseeschwalbe ist er einheitlich dunkelrot, bei der Flussseeschwalbe ist die Schnabelspitze schwarz. 

Im Gegensatz zu den Möwen, die das ganze Jahr über anzutreffen sind, sind die Seeschwalben Zugvögel. Im Frühjahr kommen sie an unsere Küsten, um hier zu brüten. Im Herbst treten sie dann den Rückflug in ihre südlichen Überwinterungsgebieten an.

Die Küstenseeschwalben sind ein Rekordhalter: Sie gelten als der Zugvogel mit der längsten Zugstrecke. Ihr Überwinterungsgebiet liegt in den südlichen Polarregionen. Für die Vögel, die in den nördlichen Polarregionen brüten, bedeutet das für den Hin- und Rückflug eine Zugstrecke von bis zu 30.000 Kilometern.

Beobachtungs-Tipp

Im Allgemeinen brüten Seeschwalben in entlegenen Gebieten, in denen sie nicht vom Menschen gestört werden. Eine Ausnahme bildet die Kolonie am Eider-Sperrwerk. Von Juni bis Mitte Juli lässt sich hier das Brutgeschehen von recht Nahem erleben. 

Die gemischte Brutkolonie von Küstenseeschwalben und Lachmöwen befindet sich auf den Abdämmungen zu beiden Seiten des Sperrwerks. Das Areal ist eingezäunt und darf nicht betreten werden. 

Die Vögel haben sich an die zahlreichen Besucher des Eidersperrwerks gewöhnt, so dass das Brutgeschehen und die Fütterung der Jungvögel ganz aus der Nähe beobachtet werden kann. Doch sollte man auch eine gewisse Vorsicht walten lassen, denn es kann vorkommen, dass Besucher von den Vögeln als zu aufdringlich empfunden werden und sie dann attackieren.

Fahrten zu den Seehundbänken

Als Sympathieträger sind die allseits beliebten Seehunde an der gesamten Nordseeküste unbestritten die Nummer Eins. Mit ihren runden Gesichtern, den großen Kulleraugen, der Stupsnase und den an Land tollpatschig wirkenden Bewegungen sammeln sie bei Erwachsenen ebenso Pluspunkte wie bei Kindern. Daher werden sie von den Feriengästen gerne als Postkartenmotiv an die Daheimgebliebenen geschickt oder als plüschiges Urlaubs-Souvenir mit nach Hause genommen.
Doch nichts kommt dem faszinierenden und unvergesslichen Erlebnis gleich, die in der Nordsee heimische Robbenart in freier Wildbahn und damit in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.
Der Bestand an Seehunden ist zum Glück recht groß und auch stabil, so dass bei Fahrten im Wattenmeer immer wieder Seehunde beobachtet werden können. Wer sich nicht auf das Glück verlassen will, für den ist es recht einfach, in den Genuss dieses Erlebnisses zu kommen, da von April bis Oktober – sowohl vom Festland als auch von den Inseln – spezielle Fahrten zu den Seehundbänken angeboten werden.

Wer sich nicht auf das Glück verlassen will, für den ist es recht einfach, in den Genuss dieses Erlebnisses zu kommen, da von April bis Oktober – sowohl vom Festland als auch von den Inseln – spezielle Fahrten zu den Seehundbänken angeboten werden.
Ausgangshäfen auf dem Festland sind Büsum, Strucklahnungshörn auf Nordstrand und Schlüttsiel. All diese Fahrten erfolgen in enger Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung.
An guten Tagen können es mehrere Hundert Tiere sein, die bei Niedrigwasser auf den Sandbänken ruhen und ausgiebig Sonne tanken. Die Seehunde haben sich schon längst an die Annäherung der Schiffe gewöhnt und wissen, dass ihnen von dort keine Gefahr droht. Daher lassen sich die Seehunde nicht in ihrem wohligen Müßiggang stören und können von den Ausflugsschiffen aus ausgiebig beobachtet, fotografiert oder gefilmt werden. Die Fahrten werden von Experten begleitet, die viel Wissenswertes über Seehunde zu erzählen haben.

Tipp:
Zur besseren Beobachtung der Seehunde empfiehlt es sich, ein Fernglas mitzunehmen. Eventuell können auch Ferngläser an Bord ausgeliehen werden.