Ab März treffen die Ringelgänse in riesigen Schwärmen auf den Halligen ein, um sich dort für den langen Weiterflug in ihre sibirischen Brutgebiete zu stärken. Da die Pflanzen der Salzwiese eine relativ energiearme Nahrung sind, müssen die Gänse täglich über Stunden hinweg sehr viel Gras fressen, um genügend Energiereserven zu bilden, mit denen sie die Strapazen der langen Reise überstehen. Da ist es verständlich, dass die Gänse nicht immer gern gesehene Gäste waren. Das hat sich inzwischen aber zum Glück geändert. Heute freut man sich auf den Halligen auf ihren Besuch und heißt die arktischen Brutvögel auf ihren Frühjahrszug willkommen. Seit 1998 laden die Hallig-Gemeinden, die Naturschutzverbände sowie die Nationalpark-Verwaltung zu den Ringelgans-Tagen ein, um das eindrucksvolle Naturschauspiel des arktischen Vogelzuges live und hautnah zu erleben. Wurden die Ringelgans-Tage im Anfangsjahr noch an zwei Tagen begangen, waren es 2023 bereits drei Wochen.
Ringelgänse auf Hallig HoogeIm Nationalpark-Seminarhaus Hooge werden die Ringelgans-Tage eröffnet
Die Eröffnung findet traditionsgemäß auf der Hallig Hooge statt. Dann sind große Ansammlungen auf den Weiden der Halligen zu sehen, und es bieten sich ausgezeichnete Möglichkeiten, die Ringelgänse zu beobachten. Zu den Ringelgans-Tagen wird auf den Halligen ein umfangreiches Programm mit Exkursionen und Vorträgen geboten, das viel Wissenswertes über die arktischen Brutvögel vermittelt. www.ringelganstage.de
Der Vogelzug im Herbst gilt gemeinhin als die beste Zeit, die gefiederten Gesellen im Nationalpark zu beobachten. Besonders empfehlenswert ist es, dieses Ereignis unter fachkundiger Begleitung zu erleben. Dazu laden die vor Ort tätigen Naturschutzorganisationen – der NABU, die Schutzstation Wattenmeer und der Verein Jordsand sowie die Seehundstation Friedrichskoog und die Nationalparkverwaltung – seit 1997 jedes Jahr Ende September/Anfang Oktober zum Westküsten-Vogelkiek ein.
Die Exkursionen finden unter fachkundiger Führung statt
Den Naturinteressierten wird ein breit gefächertes Exkursions-Programm angeboten. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus oder mit dem Schiff lassen sich die spektakulären Vogelansammlungen erleben. Aber es sind nicht nur die Massen, die jedes Mal erneut beeindrucken, es werden auch immer wieder Raritäten – wie zum Beispiel Eisenten oder das Odinshühnchen – beobachtet. Die grandiose Landschaft des Nationalparks, die beeindruckende Menge an Vögeln und die gut durchorganisierten und fachkundig geführten Touren machen den Westküsten-Vogelkiek jedes Jahr wieder zu einem besonderen Erlebnis. www.westkuesten-vogelkiek.de
Mit Glück kann auch das Odins-Hühnchen beobachtet werden
Die Westküste von Schleswig-Holstein hat sich im Laufe der Jahrhunderte ständig verändert. Durch Sturmfluten ging immer wieder Land verloren, im Gegenzug versuchten die Menschen durch Eindeichungen Land zu gewinnen. So prägt das Wechselspiel zwischen den Sturmfluten und der Landgewinnen das Gesicht dieser Landschaft.
Die Wehlen sind Zeugnisse frühere Sturmfluten und Deichbrüche.
Die Küstenbereiche sind meist künstliche, durch Menschenhand geschaffene Gebiete – die Köge, durch Eindeichungen gewonnenes Land. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stand bei diesen Maßnahmen neben dem Küstenschutz die Landgewinnung im Vordergrund. Dann trat ein Gesinnungswandel ein, so dass zumindest ein Teil der eingedeichten Fläche und Schutz gestellt wurde.
Der Rickelsbüller Koog an der Dänischen Grenze.Vogelreichtum im Hauke-Haien-Koog.
So sind in diesen Gebieten für die Tier- und Pflanzenwelt interessante Gebiete entstanden, da die dort vorhandenen Wasserflächen flachen Lagunenlandschaften gleichkommen, die es sonst an der schleswig-holsteinischen Westküste nicht mehr gibt. Diese Flächen sind zu wichtigen Rastplätzen während des Vogelzuges geworden, auch können sich die Vögel nach der Nahrungsaufnahme im Watt und bei Hochwasser hierher zurückziehen.
Als Sympathieträger sind die allseits beliebten Seehunde an der gesamten Nordseeküste unbestritten die Nummer Eins. Mit ihren runden Gesichtern, den großen Kulleraugen, der Stupsnase und den an Land tollpatschig wirkenden Bewegungen sammeln sie bei Erwachsenen ebenso Pluspunkte wie bei Kindern. Daher werden sie von den Feriengästen gerne als Postkartenmotiv an die Daheimgebliebenen geschickt oder als plüschiges Urlaubs-Souvenir mit nach Hause genommen. Doch nichts kommt dem faszinierenden und unvergesslichen Erlebnis gleich, die in der Nordsee heimische Robbenart in freier Wildbahn und damit in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Der Bestand an Seehunden ist zum Glück recht groß und auch stabil, so dass bei Fahrten im Wattenmeer immer wieder Seehunde beobachtet werden können. Wer sich nicht auf das Glück verlassen will, für den ist es recht einfach, in den Genuss dieses Erlebnisses zu kommen, da von April bis Oktober – sowohl vom Festland als auch von den Inseln – spezielle Fahrten zu den Seehundbänken angeboten werden.
Ein Ausflugsschiff vor einer SeehundbankRuhende Seehunde auf einer SandbankDie Seehunde wissen, dass ihnen von den Schiffen keine Gefahr drohtDaher lassen sie sich nicht stören …… und können ausgiebig beobachtet werden
Wer sich nicht auf das Glück verlassen will, für den ist es recht einfach, in den Genuss dieses Erlebnisses zu kommen, da von April bis Oktober – sowohl vom Festland als auch von den Inseln – spezielle Fahrten zu den Seehundbänken angeboten werden. Ausgangshäfen auf dem Festland sind Büsum, Strucklahnungshörn auf Nordstrand und Schlüttsiel. All diese Fahrten erfolgen in enger Abstimmung mit der Nationalparkverwaltung. An guten Tagen können es mehrere Hundert Tiere sein, die bei Niedrigwasser auf den Sandbänken ruhen und ausgiebig Sonne tanken. Die Seehunde haben sich schon längst an die Annäherung der Schiffe gewöhnt und wissen, dass ihnen von dort keine Gefahr droht. Daher lassen sich die Seehunde nicht in ihrem wohligen Müßiggang stören und können von den Ausflugsschiffen aus ausgiebig beobachtet, fotografiert oder gefilmt werden. Die Fahrten werden von Experten begleitet, die viel Wissenswertes über Seehunde zu erzählen haben.
Tipp: Zur besseren Beobachtung der Seehunde empfiehlt es sich, ein Fernglas mitzunehmen. Eventuell können auch Ferngläser an Bord ausgeliehen werden.
Der nördlich des Dammes nach Nordstrand gelegene Beltringharder Koog ist mit einer Fläche von 34 Quadratkilometern das größte Naturschutzgebiet auf dem schleswig-holsteinischen Festland. Er wurde 1987 eingedeicht, um die Küstenlinie zu begradigen und so das Hinterland vor Sturmfluten zu schützen. Zwar ging auch bei dieser Eindeichung viel ökologisch wertvoller Lebensraum verloren, doch erstmals diente die eingedeichte Fläche ausschließlich den Zwecken des Naturschutzes. 1991 wurde der gesamte Koog als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Blick über den Beltringharder Koog
Durch ein effizientes Biotop-Management wurden unterschiedliche Lebensräume geschaffen. Im Norden und Osten befinden sich feuchte Grünlandflächen und der Lüttmoorsee, in der Mitte eine von den Gezeiten beeinflusste Salzwasserlagune, im Süden ein Süßwasserbereich und Sukzessionsflächen. Vier Hütten bieten ausgezeichnete Beobachtungsmöglichkeiten – zwei am Lüttmoordamm, eine mit Blick auf die Salzwasserlagune und die vierte mit Blick auf einen kleinen See Betreut wird das Gebiet durch die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz im Beltringharder Koog (AGNB), einem Zusammenschluss aus den vier Verbänden NABU, BUND, Schutzgemeinschaft Wattenmeer und dem WWF. Ein Nationalpark-Infozentrum befindet sich in der Integrierte Station Westküste an der Badestelle Lüttmoorsiel. Es werden Führungen angeboten.
Blick durch eine Beobachtungs-HütteHerbstfärbung im Beltringharder KoogHerbstfärbung im Beltringharder KoogGraugans mit Jungen
Eines kann ich nur empfehlen: Wer das Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum besuchen möchte, der sollte genügend Zeit einplanen. Denn das vielseitige und gut aufeinander abgestimmte Angebot aus Aquarien, Ausstellungen und interaktiven Mitmachbereichen lässt den Aufenthalt wie im Fluge vergehen. Eine der Ausstellungen informiert über das Wasserland Schleswig-Holstein und über wandernde Fischarten wie Aale und Meerneunaugen. Sie zeigt die Lebenszusammenhänge der Tiere von den Bächen und Flüssen über den Nationalpark Wattenmeer bis hinaus in den offenen Atlantik. Weitere Exponate zeigen den Weg des Fisches vom Fang in den Supermarkt. Beeindruckend ist ein Diorama, in dem unterschiedliche Fischfang-Methoden dargestellt werden und das einen Eindruck über die Größe der verwendeten Netze gibt. Eine weitere Ausstellung ist dem Stör gewidmet, der noch bis 1969 in der Eider vorkam. Erwachsene wie auch Kinder begeistern sich gleichermaßen für die interaktiven Mitmachbereichen. Wer Lust hat, kann Brandungswellen erzeugen oder einen Krabbenkutter in die Fanggründe steuern – wobei aber darauf geachtet werden muss, dass einem der Diesel nicht ausgeht. Die großen Besucher-Magneten des Nationalpark-Zentrums sind aber das Großraum-Aquarium und das Wal-Haus im Untergeschoss des Nationalpark-Zentrums.
Aquarien im Nationalpark-Zentrum Die Brandungswellen kann man auch von unten betrachtenGemeiner TintenfischNagelrochenSeepferdchen
Die Aquarien Es soll bekanntlich ja beruhigend sein, vor einem Aquarium zu sitzen und den Fischen beim Schwimmen zuzusehen. Wer in der theaterähnlichen Sitzlandschaft vor dem Großraum-Aquarium sitzt und ganz entspannt beobachtet, wie die Fische die hinter der fast 35 Zentimeter dicken Panoramascheibe aus Acryl-Glas ihre Runden drehen, kann das nur bestätigen. Das Großraumaquarium ist eine der Attraktionen des Multimar Wattforums. Das Becken ist sieben Meter tief, sechs Meter breit und fasst etwa 250.000 Liter Wasser. Schwarmfische, aber auch große Fische bis zu einer Länge von zwei Metern – unter ihnen Katzenhai, Stör, Dorsch und Rochen, aber auch Seewolf und Helgoländer Hummer – haben hier eine neue Heimat gefunden. Tipp: Großer Beliebtheit erfreuen sich die Fütterungen der Fische, zu der ein Taucher zweimal in der Woche mit einem Netz voller Fischstücke und Krabben (kein Lebendfutter) ins Aquarium steigt. Mit einem Tauch-Mikrofon ausgerüstet erzählt der Taucher Wissenswertes über die Bewohner des Aquariums und beantwortet Fragen aus den Reihen der Besucher. Neben dem Großraum-Aquarium zeigen weitere 36 Groß- und Sonder-Aquarien mehr als 280 Arten von Fischen, Krebsen, Muscheln und Schnecken in ihren Lebensräumen – von den Oberläufen der Bäche über Brackwasserzonen bis in die Tiefwasserbereiche der Nordsee.
Die Unterwasserwelt im Großraum-AquariumAtlantischer StörHummerFütterung im Großraum-Aquarium
Im Reich der Wale Besonders beeindruckend ist das Wal-Haus im Untergeschoss des Nationalparkzentrums. Blickfang ist das 17,5 Meter lange Skelett eines Pottwals, der 1997 im Wattenmeer strandete: ein Bulle, etwa 45 Tonnen schwer und 25 bis 30 Jahre alt. Scheinbar schwerelos schwebend, hängt das aus 157 Einzelknochen bestehende Originalskelett des sanften Giganten von der Decke. Die linke Körperhälfte ist durch eine Kunststoffhalbschale nachgebildet, die perfekt der Körperform des abtauchenden Tieres nachempfunden wurde. Auf dieser Seite sind am Kopf die Spuren erkennbar, die der Kampf mit einem Riesenkraken hinterlassen haben könnte. Und auf der anderen Seite sind Schädel, Unterkiefer und Zähne zum Anfassen nah. Neben ihm hängt das sechseinhalb Meter lange Skelett eines Zwerg- oder Minkwals, der im August 2012 am Hindenburg-Damm strandete. Eine Körperhälfte ist ebenfalls mit einer Kunststoff-Schale nachgebildet. Im Vergleich zum Pottwal verdeutlicht das aus 152 Knochen bestehende Zwergwal-Skelett anschaulich die Unterschiede zwischen Zahn- und Barten-Walen und deren unterschiedlichen Ernährungsweisen. Dritter im Bunde ist das Skelett eines Grindwals. Der viereinhalb Meter lange Meeressäuger im Oktober 2018 an den Strand von St. Peter-Ording angespült. Grindwale, auch Pilotwale genannt, kommen regelmäßig im Nordatlantik vor. In der südlichen Nordsee sind sie hingegen seltene Irrgäste. Ergänzt werden die Wal-Skelette durch die lebensgroße Modelle von Schweinswalen, der einzigen Walart, die dauerhaft im Nationalpark leben und auch immer mal wieder beobachtet werden können.
PottwalZwergwalModell eines Schweinswals
Fischotter Im nächsten, dem nunmehr fünften Bau-Abschnitt ist eine weitere Attraktion geplant: eine Fischotter-Anlage mit einem Teich und einem Fließgewässer, in dem Besucher die eleganten Schwimmer in ihrem Element beobachten können. Zudem wird es möglich sein, die Tiere durch ein Sichtfenster unter Wasser schwimmen und tauchen zu sehen. Eine Ausstellung wird das informations-Angebot zum Thema Fischotter komplettieren. Die Anlage wird voraussichtlich im Sommer 2023 eröffnet werden.
Im Allgemeinen sind die Halligen nur mit dem Schiff oder auch über einen Loren-Damm zu erreichen. Doch die Hamburger Hallig bildet eine Ausnahme: Ein gut drei Kilometer langer Damm verbindet die Hamburger Hallig mit dem Festland. Daher ist die Hallig in den Sommermonaten trockenen Fußes, per Fahrrad und sogar mit dem Auto zu erreichen.
Die Hamburger Hallig mit dem Hallig-Krog und den Neben-Gebäuden
Zu beiden Seiten des Dammes befinden sich etwa 1.000 Hektar Salzwiesen – eines der größten zusammenhängenden Salzwiesengebiete in Europa. Wer die Hallig zu Fuß oder per Rad aufsucht, kann sich an dem Mosaik der Salzwiesen-Vegetation erfreuen. Zudem bietet ein etwa ein Kilometer langer Salzwiesen-Lehrpfad die seltene Möglichkeit, direkt durch Salzwiesen zu wandern und Strandflieder, Strand-Beifuß und Strand-Aster aus nächster Nähe zu bewundern Ausgangspunkt ist das vor dem Deich liegende Info-Zentrum Amsinck-Haus, in dem eine Ausstellung über die Geschichte, die Natur und die Kultur dieser besonderen Landschaft informiert. Zu den Service-Leistungen gehören Ein Parkplatz, ein Ticket-Automat für die Überfahrt zur Hallig und ein Fahrrad-Verleih. Auf dem halben Weg zur Hallig liegt auf dem Schafsberg eine Station des NABU, in der der Naturschutzverein über die Vogelwelt informiert. Und in einem ehemaligen Stall auf der Hallig kann der Besucher in der von der Nationalparkverwaltung betriebenen Watt-Werkstatt viel über den Lebensraum Watt erfahren.
Das Amsinck-HausAuf dem Damm zur HalligDie NABU-Station auf dem SchafsbergStrand-Aster auf dem Salzwiesen-Lehrpfad
Auf der Hallig befindet sich der Hallig-Krog, in dem die Gäste mit landestypischen Gerichten aus regionalen Produkten und natürlich mit Kaffee und Kuchen verwöhnt werden. Der Hallig-Krog wir nur im Sommerhalbjahr von April bis Oktober bewirtschaftet.
Ziemlich genau in der Mitte zwischen den Urlaubsorten Büsum und Friedrichskoog liegt der Speicherkoog Dithmarschen. Er entstand 1978 als Maßnahme zur Verbesserung des Küstenschutzes und der Entwässerung des Hinterlandes. Ein Teil des durch die Eindeichung gewonnenen Landes wurde zur landwirtschaftlichen Nutzung ausgewiesen, weitere Areale blieben der Naherholung vorbehalten (Badestellen, Marina, Golfplatz, Surf-See).
Morgenstimmung im Speicherkoog Dithmarschen.
Da durch die Eindeichung ökologisch wertvolle Salzwiesen und Wattflächen unwiderruflich verloren gingen, wurden im Koog weiträumige Ausgleichsflächen für den Naturschutz geschaffen. Darunter zwei Naturschutzgebiete: das NSG Wöhrdener Loch im Nordteil und das NSG Kronenloch im Süden. Im gesamten Speicherkoog bieten sich das ganze Jahr über gute Beobachtungsmöglichkeiten. Von den durch den Speicherkoog führenden Straßen lassen sich die Flächen gut einsehen. Auch von der erhöhten Warte des Seedeichs bieten sich gute Einblicke in die beiden Naturschutzgebiete. Während des Vogelzuges sind hier immer wieder Raritäten anzutreffen. So zum Beispiel Odinshühnchen und Kampfläufer, die im Mai bereits mit ihrer spektakulären Balz beginnen. Im Sommer 2019 war sogar ein Rosa-Pelikan mehrere Wochen lang zu beobachten. Im Wattwurm, dem von der Schutzstation Wattenmeer betriebenen Informationszentrum, können sich die Besucher über den Nationalpark Wattenmeer und den Speicherkoog informieren. Es werden auch geführte Exkursionen angeboten. Unmittelbar neben dem Informationszentrum beginnt ein etwa 500 Meter langer Bohlenweg, ein barrierefreier Lehrpfad, auf dem viel über die Natur des Speicherkoogs zu erfahren ist.
Im Speicherkoog Dithmarschen.Info-Zentrum WattwurmWeißwangen-Gänse rasten im Speicherkoog.Kampfläufer im Prachtkleid.
Mancher wird sich fragen, warum mich das Wattenmeer so fasziniert, warum es – obwohl ich hier an der Westküste Schleswig-Holsteins geboren und aufgewachsen bin – für mich immer ein ganz besonderer Ort war und ist.
Der Leuchtturm Westerheversand ist das Wahrzeichen der Westküste Schleswig-Holsteins.
Nicht Land und nicht Meer: Das Wattenmeer ist eine amphibische Landschaft.
Die Salzwiesen im Nationalpark sind ein extremer Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Die Sandbänke im Wattenmeer werden gern von Seehunden zum Ruhen aufgesucht.
Der Nationalpark ist für seinen Vogelreichtum bekannt.
Neben der beeindruckenden Landschaft, sind es allem die magischen Momente, denen ich mich nicht entziehen kann. Zum Beispiel, wenn ich ins Watt gehe und ich es mir bewusst mache, dass ich dort laufe, wo vor ein paar Stunden noch Meeresboden war. Oder wenn ich zwei Mal im Jahr das Phänomen des jährlichen Vogelzuges erleben darf. Der unmittelbar vor unserer Küste liegenden Nationalpark ist ein kostbarer und unersetzlicher Schatz der Natur – das kann ich ohne zu übertreiben behauten. Er ist ein äußerst wertvoller Lebensraum voller schützenswerter, zum Teil sehr seltener Tier- und Pflanzenarten – und das sowohl in der Luft und im Wasser, als auch auf und unter der Erde. Das Wattenmeer ist eine Landschaft, die weder dem Meer noch dem Land zuzuordnen ist. Es ist Meeresboden, der im Wechsel der Gezeiten mal von Wasser bedeckt, dann trockengefallen der Luft und Sonne preisgegeben ist. Es ist ein extremer Lebensraum, der von Pflanzen und Tieren eine hohe Anpassung erfordert. Aufgrund dieser Einzigartigkeit wurde der schleswig-holsteinische Teil des Wattenmeeres im Oktober 1985 zum Nationalpark erklärt, den höchsten Schutzstatus, den die Bundesrepublik Deutschland zu vergeben hat. Wen es interessiert: Hier sind noch ein paar Daten und Fakten zum Nationalpark.
Das Wattenmeer Viele werden sich die Frage stellen, wieso man beim Wattenmeer überhaupt von einer Landschaft sprechen kann. Denn den meisten Besuchern wird das Wattenmeer auf den ersten Blick recht eintönig erscheinen: Mal ist Wasser da, mal nicht. Und wenn das Wasser nicht da ist, sind nur graubraune Wattflächen zu sehen. Es ist richtig, oberflächlich betrachtet gehört das Wattenmeer nicht gerade zu den gängigen Postkartenschönheiten. Doch man sollte bereit sein, einen zweiten, tieferen Blick zu riskieren, denn das Wattenmeer hat seinen ganz eigenen Charakter. Man muss sich nur auf diese spektakuläre Landschaft einlassen. Wer dazu bereit ist, dem kommt sie entgegen – und dann wird man ihr verfallen. Die Landschaft gibt sich herb, rau und auch mal etwas distanziert. Vor allem aber ist das Wattenmeer eine dynamische Landschaft, stetig in Bewegung. Beständig ist nur der Wandel. Am augenfälligsten sind die Veränderungen im Wechsel der Gezeiten. Zwei Mal täglich werden weite Gebiete überflutet und fallen dann wieder trocken. Andere Wechsel vollziehen sich langsamer: Wind und Wellen tragen Sand ab, Strömungen lagern sie an anderer Stelle wieder ab. So zeigen sich langfristig gesehen, auch an den Küstenlinien langsame, aber stetige Veränderungen. Zudem trägt auch der Mensch seit Jahrhunderten mit immer neuen Eindeichungen zur Veränderung der Küsten bei. Aber der Nationalpark besteht nicht nur aus Wasser und Wattflächen – zum Nationalpark und seinem Umfeld gehören auch blühende Salzwiesen, endlos anmutenden Sände und reizvolle Dünenlandschaften. All diese gilt es zu entdecken.
Bei Niedrigwasser fallen weite Wattflächen frei.Alte Lahnungen im Watt.Pionierpflanzen besiedeln höher gelegene Wattflächen.Salzwiesen im Herbst.Auch Dünen sind Teil des Nationalparks.
Den Nationalpark erleben Wie in jedem Nationalpark dieser Welt, möchte auch der Besucher des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer die Tier- und Pflanzenwelt entdecken und erleben. Aufgrund des strengen Schutzes sind weite Teile des Nationalparks nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Hier hat der Schutz der Natur, der Pflanzen und der Tiere absoluten Vorrang vor Freizeitaktivitäten und anderen konkurrierenden Nutzungen. In anderen Gebieten sind hingegen störungsfreie Einblicke in diesen sensiblen Lebensraum erlaubt. Hier sind Erlebnisse im Nationalpark möglich. Je nach Gusto gibt es mehrere Möglichkeiten, die einzigartige Landschaft zu entdecken: zu Fuß, mit dem Schiff – und sogar auf einer Kutschfahrt. Wer die Tierwelt des Nationalparks erleben will, braucht aber nicht direkt die Schutzzonen aufzusuchen, denn auch in den Randbereichen des Nationalparks – auf den Inseln und Halligen sowie hinter den Deichen – kann man überall die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt des Wattenmeeres beobachten. Ein besonderes Highlight sind die Vögel, die überall im Nationalpark und in seinen Randbereichen beobachtet werden können. Begleitend zu eigenen Beobachtungen werden auch Veranstaltungen angeboten, in denen Fachleute viel Wissenswertes über bestimmte Aspekte des Nationalparks vermittelt wird. Wer in die Materie rund um den Nationalpark einsteigen möchte, dem empfehle ich als erstes den Besuch des Nationalparkzentrums Multimar Wattforum in Tönning. www.nationalpark-wattenmeer.de