Kategorie: Die Welt entdecken

Sterbende Eisriesen

Die gewaltigen Eismassen der Gletscher haben mich bereits als junger Mensch fasziniert, doch irgendwie habe ich es nie geschafft, sie mir auch einmal in der Realität anzuschauen. Aber dann war es endlich soweit und es hieß: „Einmal noch die Gletscher sehen, solange es sie noch gibt“. 

Das mag jetzt vielleicht etwas übertrieben und theatralisch klingen, aber es ist nun mal eine Tatsache, dass die Gletscher unsere Alpen rasant schwinden. 

Einer wie ich, der nun doch schon eine Reihe von Jahren auf den Buckel hat, wird das Ende der Gletscher zwar nicht mehr erleben, aber für die heutigen Kinder und die folgenden Generationen wird das Aus vieler Gletscher zur Realität werden.

Wurden die Gletscher vor 150 Jahren noch als bedrohliche Ungeheuer angesehen, sind sie heute zu dahinsiechenden Riesen geschrumpft. Denn gerade unsere Alpen sind vom Klimawandel besonders stark betroffen, hier machen sich dessen Auswirkungen recht deutlich bemerkbar, die Folgen sind hier sichtbarer als anderswo. 

So haben die Schweizer Gletscher aufgrund des Klimawandels in den zehn Jahren von 2015 bis 2025 ein Viertel ihres Volumens verloren. Prognosen sagen, dass bereits in 30 bis 40 Jahren die meisten Gletscher der Ostalpen verschwunden sind.

Auch für die Deutschen Alpen sehen die Vorhersagen recht schlecht aus. So gab es zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch fünf Gletscher, seit 2022 sind es aber nur noch vier. Denn der Südliche Schneeferner ist so klein geworden, dass er nicht mehr als Gletscher geführt wird. Es wird angenommen, dass es 2050 wohl keine Gletscher mehr in den deutschen Alpen gibt.

An einigen Gletschern der Schweizer Alpen ist das Schwinden der Eismassen deutlich nachvollziehbar. Beispiele dafür sind der Aletsch-Gletscher, der Rhone-Gletscher und der Morteratsch-Gletscher

Ribe – Auf den Spuren der Wikinger

Um es gleich vorwegzusagen, in Bezug auf Ribe bin ich etwas voreingenommen. Denn für mich ist Ribe eine der schönsten und interessantesten Städte von ganz Süd-Jütland.


Der mittelalterliche Stadtkern mit seinen schmalen, kopfsteingepflasterten Straßen, den alten Fachwerkhäusern und den idyllischen Innenhöfen verleihen Ribe ein ganz besonderes Flair. Zahlreiche Fachwerkhäuser stammen aus dem 16.Jahrhundert, die ältesten sogar aus dem späten 15. Jahrhundert.
So ist es nicht verwunderlich, dass an jeder Ecke die Ruhe und die Gelassenheit einer gewachsenen Stadt mit einer mehr als tausendjährige Geschichte zu spüren ist.
Heute ist Ribe zwar eine beschauliche Stadt, doch das war nicht immer so. Über das gesamte Mittelalter hinweg, noch bis in die frühe Neuzeit, war Ribe der wichtigste dänische Nordsee-Hafen.


Ribe ist die älteste Stadt Dänemarks, wahrscheinlich sogar die älteste von ganz Skandinavien. Gleich zu Beginn des 8. Jahrhunderts wurde sie von Wikingern gegründet, die hier an der Ribe Å (Ribe-Au) einen sicheren Hafen fanden und einen Handelsort mit Marktplatz errichteten.
Durch archäologische Grabungen gesichert ist der Marktplatz, der sich einst zu beiden Seiten der Sct Nicolaj Gade befand. Wie die Befunde zeigten, wurde die Ansiedlung bereits um 725 planmäßig angelegt, mit Parzellen und gerader Wegeführung. Der Verlauf der Straße entspricht immer noch der damaligen Wegeführung. Wenn man die Straße entlang geht, ist es schon ein besonderes Gefühl, wenn man sich bewusst macht, dass wikingische Händler bereits vor 1.300 Jahren genau hier entlanggingen, um ihre Geschäfte zu machen.
Die genaue Lage des Hafens konnte hingegen noch nicht festgestellt werden. Mit Sicherheit befand er sich auch auf der nördlichen Seite der Ribe Å, wohl in dem Areal hinter dem Wikinger-Museum, zwischen der Au und der Sct Nicolaj Gade.

Hier an der Ribe Å wird der Hafen der Wikinger vermutet.


Um 860 herum wurde eine erste Kirche errichtet, wohl eine Gründung des Bischofs Ansgar von Bremen. Nach der Kirche von Haithabu, war es die zweite Kirche im Reich der Wikinger.
Da wohl nicht jedem die neue Religion ganz geheuer war, wurde sie sicherheitshalber auf der anderen Seite der Ribe Å, errichtet. Es war wohl eine Holzkirche, die nach und nach umgebaut und erweitert wurde, bis sie das wurde, was sie heute ist – der Dom zu Ribe, das Wahrzeichen und die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt.


Einen guten Eindruck, wie es damals zur Zeit der Wikinger in Ribe ausgesehen hat, vermittelt das etwas außerhalb des Stadtkerns gelegene Ribe VikingeCenter.
Sehenswert ist auch das Wikinger-Museum. Zu den bedeutendsten Exponaten zählt ein Silberbecher, von dem angenommen wird, dass er von einem Raubzug aus dem Fränkischen Reich stammt.
Von der großen Bedeutung der Stadt zeugen auch die Überreste des Riberhus, dem einstigen Schloss der Stadt. Im 12. Jahrhundert wurde es nordwestlich der Stadt errichtet und diente etwa zwei Jahrhunderte lang als zeitweise Residenz der dänischen Könige. Im 17. Jahrhundert wurde es während des Dreißigjährigen Krieges vollständig zerstört.
Der Wassergraben, der Schlosshügel, ein paar Steine – mehr ist von dem einstigen Riber Schloss heute nicht mehr zu sehen.

Die Überreste des einstigen Riber Schlosses vor der Silhouette der Stadt.

Im Land der Jüten

Hier oben im Norden können die meisten ja etwas mit dem Begriff Jütland anfangen. Doch je weiter man weg wohnt, desto unklarer dürfte es werden, was Jütland eigentlich ist und wo genau es liegt. Daher gebe ich – auch wenn es etwas trocken ist – hier eine kurze Definition, was unter Jütland zu verstehen ist. 

Also: Jütland ist der westlichste, zwischen Nord- und Ostsee gelegene Teil des dänischen Königreiches. Das Gebiet erstreckt sich von der deutsch-dänischen Grenze bis zu dem etwa 330 Kilometer Luftlinie entfernten Skagen ganz oben im Norden. Neben dem Festland gehören auch die dänischen Nordsee-Inseln sowie einige Ostsee-Inseln zu Jütland.

Von meiner Ecke aus besonders gut zu erreichen – auch für einen Tages-Ausflug – ist Süd-Jütland, der in Dänemark gelegene Teil des einstigen Herzogtums Schleswig.

Hier liegen viele lohnende Ziele, die unbedingt einen Besuch wert sind. Dazu gehören die Stadt Ribe und der nahegelegene Nationalpark Vadehavet mit den Inseln Rømø, Mandø und Fanø. Zu Süd-Jütland gehört ebenfalls die nur durch einen schmalen Sund vom Festland getrennte Ostsee-Insel Als (Alsen) mit der sehenswerten Stadt Sønderborg.

Für meinen Geschmack am vielfältigsten und interessantesten ist der am weitesten im Norden gelegene Teil Jütlands – die Gegend um den Limfjord und die nördlich davon gelegene Insel Vendsyssel-Thy. Lohnenswerte Ziele sind unter anderem der Nationalpark Thy, die Jammerbucht mit ihren weiten Stränden, die große Wanderdüne Rubjerg Knude und dann natürlich die Gegend rund um Skagen, wo die Nordsee und die Ostsee aufeinandertreffen.

Nachbarland Dänemark

Inseln und endlose Küsten

Über 400 Inseln, eine Küstenlinie von über 7.300 Kilometern, kein Ort ist weiter als 50 Kilometer von der See entfernt: Das ist Dänemark, unser Nachbarland im Norden. Allein diese Zahlen belegen, dass dieses Land zwischen Nord- und Ostsee landschaftlich viel zu bieten hat.
Dänemark blickt zudem auf eine lange Geschichte zurück. Es war der Wikingerfürst Gorm der Alte, der im 10. Jahrhundert kleinere Königreiche unter seiner Herrschaft vereinigte. Sein Sohn Harald Blauzahn nahm 960 den christlichen Glauben an – was als Geburtsstunde Dänemarks gilt.
Diese über 1000 Jahre lange Kontinuität hat viele Spuren hinterlassen: sehenswerte Städte und kulturhistorisch interessante Stätten.

  • Bornholm - Hellingdomsklipperne

Das Land des Märchendichters Hans Christian Andersen ist zudem für seine architektonischen Meisterleistungen bekannt. Sehenswerte Zeugnisse moderner Baukunst sind im ganzen Land zu finden.
Das alles sind für mich Anreize, gern im nördlichen Nachbarland unterwegs zu sein. In Jütland mit seinen Inseln in Nord- und Ostsee ebenso wie auf den Inseln jenseits und großen Belts und auf der ganz im Osten gelegenen Insel Bornholm.

Mecklenburg-Vorpommern

Bodden, Inseln und Seen

Als Kind bin ich gern und oft mit dem Finger auf Atlanten gereist, um die Welt zu erkunden. Schon damals hat mich die Küste Mecklenburg-Vorpommerns mit ihren geschwungenen Linien fasziniert. Bereits damals formte sich in meinem Kopf der Wunsch: Da möchte ich mal hin.
Die Faszination für diese Landschaft ist bis heute geblieben, ist eher noch größer geworden. Die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns, diese besondere Mischung aus Wasser und Land, aus Ostsee und Bodden, aus der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und den Inseln Hiddensee, Rügen und Usedom, begeistert mich immer wieder aufs Neue.

Zeesboote auf dem Saaler Bodden

Wichtig für mich ist auch, dass recht große Teile der Küste durch die Ausweisungen der Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft und Jasmund geschützt sind. So kann die Küste dynamisch bleiben und darf sich verändern.
Aber auch abseits der Küste gibt es für mich viel Interessantes zu entdecken. Überregional bekannt ist die Mecklenburgische Seenplatte mit dem Nationalpark Müritz. Aber auch die anderen Seen und viele Flüsse – die im Gegensatz zu ihren Geschwistern in der alten Bundesrepublik noch nicht so stark eingezwängt und verbaut wurden. Sie durften weitestgehend ihre Natürlichkeit bewahren, damit auch ihre Vielfalt an Pflanzen und Tieren.

Zu den ganz großen Naturschauspielen des benachbarten Bundeslandes gehört der Zug der Kraniche. Den erleben zu dürfen ist jedes Mal wieder faszinierend, für mich immer wieder ein faszinierender Höhepunkt des Naturerlebens.

Bad Doberan – Backstein-Gotik und Seebad

Es gehört zu den herausragenden Zeugnissen der Backstein-Gotik: Das Doberaner Münster. Der imposante Anblick dieses bedeutenden Bauwerks mit seiner fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Ausstattung prägt bis heute das Bild der Stadt von Bad Doberan. Das Münster ist die ehemalige Kirche des Klosters, das Zisterzienser-Mönche im Jahr 1186 gründeten. Bald darauf wurde es das bedeutendste Kloster von Mecklenburg und bescherte dem Ort Wohlstand und Ansehen. 

Der Weiße Pavillon auf dem Kamp.

Das in seiner Gesamtheit gut erhaltene Klosterareal mit seinen beeindruckenden Bauten – der fast vollständig erhaltenen Klostermauer, dem Beinhaus, dem Kornhaus, der Wolfsscheune, dem Wirtschaftsgebäude und allen voran das Münster – lädt zu einer Entdeckungstour in die mittelalterliche Vergangenheit des Ortes ein.

Zur Stadt Bad Doberan gehört auch das Seebad Heiligendamm. 1793 gegründet, ist es das älteste Seebad Kontinental-Europas. Weltweit bekannt wurde der Ortsteil durch den G8-Gipfel 2007.

Mit der Gründung des Seebades – und als die Mecklenburgischen Herzöge daraufhin den Ort zu ihrer Sommerresidenz machten – erlebte Bad Doberan einen Aufschwung. Von dieser Epoche zeugen die Gebäude, die nur einige Schritte vom Klosterareal entfernt liegen: das von 1806 bis 1810 erbaute Großherzogliche Palais, das Großherzogliche Salongebäude (1801/1802), sowie das 1795/1796 erbaute Großherzogliche Logierhaus – das erste der nach der Seebadgründung errichtete Gebäude und zugleich das älteste Hotel an der Ostseeküste.

Die drei imposanten Gebäude liegen unmittelbar am 1800 angelegten Kamp, eine dreieckige, von Linden gesäumte Parkanlage, die im 19. Jahrhundert das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens im mondänen Seebad. Davon zeugen auch heute noch die beiden Pavillons im chinesischen Stil. Der Rote entstand 1808/09 diente als Ausschank und Musikstätte, der Weiße Pavillon (1810–1813) als Musikpavillon.

Eng mit dem Bild der Stadt Bad Doberans verbunden ist die Bäderbahn Molli, die durch die engen Straßen der Stadt schnauft, wenn sie vom Bahnhof über Heiligendamm bis nach Kühlungsborn fährt. Sie wurde 1886 in Betrieb aufgenommen. Die Strecke führte zunächst nur bis Heiligendamm, um die hochherrschaftlichen Badegäste bequem vom Bad Doberan zum Seebad zu bringen. 

Zwischen Heiligendamm und dem Zentrum Bad Doberans liegt die Galopp-Rennbahn, die älteste auf dem europäischen Festland.

Vom Fischland bis zur Zingst

Wenn ich an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns fahre, ist die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mein vorrangiges Ziel. Warum? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Vor allem liebe ich diese vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft zwischen der Ostsee auf der einen und den Bodden auf der anderen Seite. Hier findet man Steilküsten, flache Ufer und kilometerweite Sandstrände, Nehrungen und Strandseen, Wäldern und weite Wiesenflächen.

Die Seebrücke des Ostseebades Prerow.

Zudem liegt die Region ziemlich in der Mitte des Bundeslandes. Von dort sind die Hansestädte Rostock und Stralsund leicht erreichbar, ebenso Greifswald und Rostock.

Auch sind die Orte auf der Halbinsel von recht unterschiedlichem Charakter. Da sind die Ostseebäder Prerow und Zingst mit ihren kilometerweiten Sandstränden, die ehemalige Künstler-Kolonie Ahrenshoop sowie die am Bodden gelegenen früheren Fischerorte Wustrow, Born und Wieck mit ihren reetgedeckten Häusern.

Der wichtigste Grund ist aber, dass große Teile der Halbinsel zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gehören: So der Darßer Wald mit dem Leuchtturm Darßer Ort und weite Teile der Zingst mit den Sundischen Wiesen und den Kranich-Schlafplätzen am Pramort, wo bis zu 70.000 Kraniche in den flachen Boddengewässern einen sicheren Schlafplatz finden.

Durch den Schutz des Nationalparks darf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst auch heute noch eine Landschaft im stetigen Wandel sein. So wird Sand an den Steilküsten abgetragen und an anderer Stelle wieder abgelagert. 

Hier haben die Kräfte der Natur schon immer die Landschaft geformt. Noch im 14. Jahrhundert waren Fischland, Darß und Zingst drei Inseln, die durch schiffbare Strömungsrinnen voneinander getrennt waren. Ende des 14. Jahrhunderts wuchs – mit tatkräftiger Unterstützung des Menschen – Fischland mit dem Festland und mit dem Darß zusammen. Nach dem verheerenden Sturmhochwasser von 1872 wurde dann auch der Prerow-Strom abgedichtet, so dass aus den drei Inseln eine Halbinsel wurde.

Mit der Gornergrat-Bahn zu fantastischen Ausblicken

Für mich ist die Fahrt mit der Gornergrat-Bahn ein ganz besonderes Erlebnis, zählt sie doch mit zu den schönsten Bahn-Strecken Europas. 1896 wurde mit dem Bau der Bahn begonnen, bereits zwei Jahre später nahm sie ihren Betrieb auf. Als erste vollelektrifizierte Zahnradbahn der Schweiz war sie im ausklingenden 19. Jahrhundert eine weltweit bewunderte technische Meisterleistung.

Die Fahrt vom Zentrum Zermatts (1.605 Meter) bis zum 3.089 Meter hoch gelegenen Gornergrat dauert etwa eine halbe Stunde und gibt auf der 9,4 Kilometer langen Strecke spektakuläre Blicke auf die Bergwelt frei, darunter immer wieder neue Ausblicke auf das Matterhorn. An der Endstation befindet sich das Kulmhotel Gornergrat, das höchstgelegene Hotel der Schweiz mit einem Restaurationsbetrieb und einer Sternwarte.

Von den Aussichts-Terrassen eröffnet sich ein fantastische Berg-Panorama – das als eines der schönsten weltweit gilt. Von hier aus kann der Besucher bei guter Sicht auf 29 Viertausender ringsum blicken: darunter das Monte-Rosa-Massiv mit der Dufourspitze, (mit 4.634 Metern der höchste Berg der Schweiz), die Zwillinge Castor (4.228 Meter) und Pollux (4.092 Meter), der Liskamm (4.479 Meter) und natürlich das unverwechselbare Matterhorn (4.478 Meter). Ebenso bietet sich ein wunderbarer Blick auf das Gletscher-System des Gorner-Gletschers. Er gilt nicht nur als der älteste Gletscher der Alpen, nach dem Aletsch-Gletscher ist er auch der zweitgrößte. 

Wer von der Bergwelt noch etwas mehr als nur die Aussicht genießen möchte, der sollte auf der Rückfahrt an der nächsten Station Rotenboden (2.815 Meter) aussteigen. Von dort aus führen verschiedene Wanderwege durch das Gebiet. Unbedingt empfehlenswert ist die Wanderung zum nahegelegenen Riffelsee (2.757 Meter). Der See ist bekannt dafür, dass sich das Matterhorn in ihm spiegelt. Gut 200 Meter weiter liegt ein namenloser See gegangen, in dem sich das Matterhorn ebenso schön spiegelt. 

Neben den grandiosen Ausblicken auf die Bergwelt gibt es auf der Wanderung auch Pflanzen zu bewundern, die sich an diese extreme Höhenlage angepasst haben. Darunter die Frühlings-Küchenschelle und der Bayerische Enzian, sowie das Stängellose Leimkraut und die Gämsheide, eine kleine, niedrige Polsterpflanze, die dem Wind keine Angriffsfläche bietet. An der Station Riffelberg (2.582 Meter) kann man wieder in die Gornergrat-Bahn steigen und zurück nach Zermatt fahren.

Die Schweiz – Im Land der Viertausender

Nach einem bekannten Spruch sollen Gegensätze sich ja anziehen. Das kann ich nur bestätigen. Denn es zieht mich – obwohl ich ein typischer Küsten-Flachländer bin – auch immer wieder in ganz andere Regionen dieser Welt.

Gletscher-See vor Bergpanorama.

Und was ist nun der große Gegensatz zu Meer und Küste? Eben – die Berge. Und wenn schon Berge, dann will ich die wirklich hohen Berge sehen. Daher ist Schweiz mit ihren zahlreichen Viertausendern für mich das bevorzugte Hochgebirgs-Reiseziel. Immerhin sind 48 Gipfel der Schweiz über 4.000 Meter hoch – 41 davon liegen im Kanton Wallis. 

Für diese besondere Anziehungskraft gibt es gleich mehrere Gründe.

Da ich schon immer gerne zu Fuß unterwegs bin, bieten die Alpen beste Gelegenheiten zum Wandern. Dieses stetige Bergauf und Bergab ist doch etwas Anderes, als sich nur immer im flachen Land zu bewegen. Dazu ist es doch etwas ganz Besonderes, die Welt von oben zu betrachten und die fantastischen Ausblicke zu genießen.

Schon als junger Mensch habe ich mich für die Natur interessiert, ganz besonders für Pflanzen. Auch auf diesem Gebiet haben die Alpen für mich viel Neues zu bieten, das sich zu entdecken lohnt – die Alpen-Flora, die sich ganz gravierend von der Pflanzenwelt des Flachlandes unterscheidet.

Und dann sind da noch die Gletscher, die mich einfach faszinieren. Diese eisigen Welten, die einst gefürchtet waren, jetzt durch die Klima-Erwärmung stark bedroht sind. Ich musste die großen Gletscher einfach mal sehen – solange es sie noch gibt.

Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher der Alpen.

Der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr

Ein Leuchtturm auf Wanderschaft …

Einmal musste ich ihn noch an seinem exponierten Standort sehen: den Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr. Denn für das Wahrzeichen Nordjütlands sind die Tage an diesem außergewöhnlichen Ort gezählt.

Etwas surreal wirkt die ganze Szenerie ja schon. Da steht der 23 Meter hohe Leuchtturm mitten in einer großen Wanderdüne – gerade so, als würde er Schiffen in einer Wüste den Weg weisen wollen. Doch damit nicht genug: Er befindet sich auch noch direkt an der Abbruchkante eines 60 Meter hohen Steilufers.

Der Leuchtturm stand nicht immer an einer derart extremen Stelle. Als 1899 mit dem Bau begonnen wurde, war der Rubjerg Knude als Standort eine sehr gute Wahl. Mit einer Höhe von 60 Metern war er der höchste Punkt an der 13 Kilometer langen Steilküste. Doch im Gegensatz zu heute, lag diese damals gut 200 Meter weiter draußen. Im Dezember 1900 wurde er in Betrieb genommen.
Doch schon um 1910 herum begann ein Natur-Phänomen, dem Leuchtturm zuzusetzen. Der Wind blies stetig Unmengen an Sand die Steilküste hinauf, so dass sich oben – auf 60 Meter Höhe – eine Wanderdüne bildete. Dieses wurde höher und höher, und wanderte immer weiter ins Landesinnere hinein. Es wurde versucht, dem Sand mit in die Düne gesteckten Kieferzweigen Einhalt zu gebieten. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Die Düne wanderte zwar nicht weiter, sie wurde dafür aber so hoch, dass der Leuchtturm nicht mehr von See aus zu sehen war. Daraufhin wurde der Betrieb am 1. August 1968 eingestellt.

  • Rubjerg Knude Fyr (1)

Alle Maßnahmen, die Düne aufzuhalten, scheiterten. So wurde zu Beginn der 1990er Jahre beschlossen, der Natur ihren Lauf zu lassen. Dafür avancierte der Leuchtturm aufgrund seiner spektakulären Lage zu einem beliebten Ausflugsziel – sowohl für Einheimische als auch für Touristen.

Doch nicht nur die Düne setzte dem Leuchtturm zu. Auch das Meer nagte an der Steilküste. Während der Wind die Düne jedes Jahr etwa 20 Meter landeinwärts treibt, trägt das Meer jährlich etwa zwei Meter von der Steilküste ab. Berechnungen ergaben, dass der Leuchtturm im Jahr 2020 ins Meer stürzen würde.

Im Herbst 2018 wurde beschlossen, den Rudbjerg Knude Fyr zu retten und als Ganzes etwa 80 Meter weiter ins Landesinnere zu versetzen. Am 14. August 2019 wurde der Bereich um den Leuchtturm abgesperrt. Die Vorarbeiten werden etwa zehn Wochen dauern, das Versetzen selbst wird dann relativ schnell innerhalb eines Tages vonstatten gehen. Wenn alles nach Plan läuft, wird der Leuchtturm Anfang November 2019 wieder für Besucher freigegeben.

Nachtrag: Ein glückliches Ende
Es ist geschafft: Nach gut zweimonatiger Vorbereitungszeit steht der Leuchtturm Rubjerg Knude Fyr seit dem 22. Oktober 2019 auf seinem neuen Platz.
Der Umzug begann um 9.00 Uhr morgens mit dem Anheben des Turms um einige Zentimeter. Dies war ein recht kritischer Moment, denn es war nicht klar, wie der Untergrund so dicht an der Abbruchkante reagieren würde. Aber dann lief alles wie geschmiert.
Unter den Augen von Tausenden Zuschauern und den Linsen zahlreicher Kameras wurde der 700 Tonnen schwere Leuchtturm mit zwölf Meter pro Stunde auf seinen neuen Platz verschoben. Bereits um 14.38 Uhr erreichte er seine neue Position – 70 Meter von seinem bisherigen Standort an der Abbruchkante entfernt.
Verantwortlich für den Umzug war der Maurermeister Kjeld Pedersen aus dem nahegelegenen Lønstrup. Die Wiedereröffnung des Leuchtturms wurde am 16. November 2019 mit einem großen Fest gefeiert.