Kategorie: Faszinierende Küste

Bad Doberan – Backstein-Gotik und Seebad

Es gehört zu den herausragenden Zeugnissen der Backstein-Gotik: Das Doberaner Münster. Der imposante Anblick dieses bedeutenden Bauwerks mit seiner fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Ausstattung prägt bis heute das Bild der Stadt von Bad Doberan. Das Münster ist die ehemalige Kirche des Klosters, das Zisterzienser-Mönche im Jahr 1186 gründeten. Bald darauf wurde es das bedeutendste Kloster von Mecklenburg und bescherte dem Ort Wohlstand und Ansehen. 

Der Weiße Pavillon auf dem Kamp.

Das in seiner Gesamtheit gut erhaltene Klosterareal mit seinen beeindruckenden Bauten – der fast vollständig erhaltenen Klostermauer, dem Beinhaus, dem Kornhaus, der Wolfsscheune, dem Wirtschaftsgebäude und allen voran das Münster – lädt zu einer Entdeckungstour in die mittelalterliche Vergangenheit des Ortes ein.

Zur Stadt Bad Doberan gehört auch das Seebad Heiligendamm. 1793 gegründet, ist es das älteste Seebad Kontinental-Europas. Weltweit bekannt wurde der Ortsteil durch den G8-Gipfel 2007.

Mit der Gründung des Seebades – und als die Mecklenburgischen Herzöge daraufhin den Ort zu ihrer Sommerresidenz machten – erlebte Bad Doberan einen Aufschwung. Von dieser Epoche zeugen die Gebäude, die nur einige Schritte vom Klosterareal entfernt liegen: das von 1806 bis 1810 erbaute Großherzogliche Palais, das Großherzogliche Salongebäude (1801/1802), sowie das 1795/1796 erbaute Großherzogliche Logierhaus – das erste der nach der Seebadgründung errichtete Gebäude und zugleich das älteste Hotel an der Ostseeküste.

Die drei imposanten Gebäude liegen unmittelbar am 1800 angelegten Kamp, eine dreieckige, von Linden gesäumte Parkanlage, die im 19. Jahrhundert das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens im mondänen Seebad. Davon zeugen auch heute noch die beiden Pavillons im chinesischen Stil. Der Rote entstand 1808/09 diente als Ausschank und Musikstätte, der Weiße Pavillon (1810–1813) als Musikpavillon.

Eng mit dem Bild der Stadt Bad Doberans verbunden ist die Bäderbahn Molli, die durch die engen Straßen der Stadt schnauft, wenn sie vom Bahnhof über Heiligendamm bis nach Kühlungsborn fährt. Sie wurde 1886 in Betrieb aufgenommen. Die Strecke führte zunächst nur bis Heiligendamm, um die hochherrschaftlichen Badegäste bequem vom Bad Doberan zum Seebad zu bringen. 

Zwischen Heiligendamm und dem Zentrum Bad Doberans liegt die Galopp-Rennbahn, die älteste auf dem europäischen Festland.

Vom Fischland bis zur Zingst

Wenn ich an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns fahre, ist die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst mein vorrangiges Ziel. Warum? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Vor allem liebe ich diese vielfältige und abwechslungsreiche Landschaft zwischen der Ostsee auf der einen und den Bodden auf der anderen Seite. Hier findet man Steilküsten, flache Ufer und kilometerweite Sandstrände, Nehrungen und Strandseen, Wäldern und weite Wiesenflächen.

Die Seebrücke des Ostseebades Prerow.

Zudem liegt die Region ziemlich in der Mitte des Bundeslandes. Von dort sind die Hansestädte Rostock und Stralsund leicht erreichbar, ebenso Greifswald und Rostock.

Auch sind die Orte auf der Halbinsel von recht unterschiedlichem Charakter. Da sind die Ostseebäder Prerow und Zingst mit ihren kilometerweiten Sandstränden, die ehemalige Künstler-Kolonie Ahrenshoop sowie die am Bodden gelegenen früheren Fischerorte Wustrow, Born und Wieck mit ihren reetgedeckten Häusern.

Der wichtigste Grund ist aber, dass große Teile der Halbinsel zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gehören: So der Darßer Wald mit dem Leuchtturm Darßer Ort und weite Teile der Zingst mit den Sundischen Wiesen und den Kranich-Schlafplätzen am Pramort, wo bis zu 70.000 Kraniche in den flachen Boddengewässern einen sicheren Schlafplatz finden.

Durch den Schutz des Nationalparks darf die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst auch heute noch eine Landschaft im stetigen Wandel sein. So wird Sand an den Steilküsten abgetragen und an anderer Stelle wieder abgelagert. 

Hier haben die Kräfte der Natur schon immer die Landschaft geformt. Noch im 14. Jahrhundert waren Fischland, Darß und Zingst drei Inseln, die durch schiffbare Strömungsrinnen voneinander getrennt waren. Ende des 14. Jahrhunderts wuchs – mit tatkräftiger Unterstützung des Menschen – Fischland mit dem Festland und mit dem Darß zusammen. Nach dem verheerenden Sturmhochwasser von 1872 wurde dann auch der Prerow-Strom abgedichtet, so dass aus den drei Inseln eine Halbinsel wurde.