Kategorie: Schweiz

Sterbende Eisriesen

Die gewaltigen Eismassen der Gletscher haben mich bereits als junger Mensch fasziniert, doch irgendwie habe ich es nie geschafft, sie mir auch einmal in der Realität anzuschauen. Aber dann war es endlich soweit und es hieß: „Einmal noch die Gletscher sehen, solange es sie noch gibt“. 

Das mag jetzt vielleicht etwas übertrieben und theatralisch klingen, aber es ist nun mal eine Tatsache, dass die Gletscher unsere Alpen rasant schwinden. 

Einer wie ich, der nun doch schon eine Reihe von Jahren auf den Buckel hat, wird das Ende der Gletscher zwar nicht mehr erleben, aber für die heutigen Kinder und die folgenden Generationen wird das Aus vieler Gletscher zur Realität werden.

Wurden die Gletscher vor 150 Jahren noch als bedrohliche Ungeheuer angesehen, sind sie heute zu dahinsiechenden Riesen geschrumpft. Denn gerade unsere Alpen sind vom Klimawandel besonders stark betroffen, hier machen sich dessen Auswirkungen recht deutlich bemerkbar, die Folgen sind hier sichtbarer als anderswo. 

So haben die Schweizer Gletscher aufgrund des Klimawandels in den zehn Jahren von 2015 bis 2025 ein Viertel ihres Volumens verloren. Prognosen sagen, dass bereits in 30 bis 40 Jahren die meisten Gletscher der Ostalpen verschwunden sind.

Auch für die Deutschen Alpen sehen die Vorhersagen recht schlecht aus. So gab es zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch fünf Gletscher, seit 2022 sind es aber nur noch vier. Denn der Südliche Schneeferner ist so klein geworden, dass er nicht mehr als Gletscher geführt wird. Es wird angenommen, dass es 2050 wohl keine Gletscher mehr in den deutschen Alpen gibt.

An einigen Gletschern der Schweizer Alpen ist das Schwinden der Eismassen deutlich nachvollziehbar. Beispiele dafür sind der Aletsch-Gletscher, der Rhone-Gletscher und der Morteratsch-Gletscher

Mit der Gornergrat-Bahn zu fantastischen Ausblicken

Für mich ist die Fahrt mit der Gornergrat-Bahn ein ganz besonderes Erlebnis, zählt sie doch mit zu den schönsten Bahn-Strecken Europas. 1896 wurde mit dem Bau der Bahn begonnen, bereits zwei Jahre später nahm sie ihren Betrieb auf. Als erste vollelektrifizierte Zahnradbahn der Schweiz war sie im ausklingenden 19. Jahrhundert eine weltweit bewunderte technische Meisterleistung.

Die Fahrt vom Zentrum Zermatts (1.605 Meter) bis zum 3.089 Meter hoch gelegenen Gornergrat dauert etwa eine halbe Stunde und gibt auf der 9,4 Kilometer langen Strecke spektakuläre Blicke auf die Bergwelt frei, darunter immer wieder neue Ausblicke auf das Matterhorn. An der Endstation befindet sich das Kulmhotel Gornergrat, das höchstgelegene Hotel der Schweiz mit einem Restaurationsbetrieb und einer Sternwarte.

Von den Aussichts-Terrassen eröffnet sich ein fantastische Berg-Panorama – das als eines der schönsten weltweit gilt. Von hier aus kann der Besucher bei guter Sicht auf 29 Viertausender ringsum blicken: darunter das Monte-Rosa-Massiv mit der Dufourspitze, (mit 4.634 Metern der höchste Berg der Schweiz), die Zwillinge Castor (4.228 Meter) und Pollux (4.092 Meter), der Liskamm (4.479 Meter) und natürlich das unverwechselbare Matterhorn (4.478 Meter). Ebenso bietet sich ein wunderbarer Blick auf das Gletscher-System des Gorner-Gletschers. Er gilt nicht nur als der älteste Gletscher der Alpen, nach dem Aletsch-Gletscher ist er auch der zweitgrößte. 

Wer von der Bergwelt noch etwas mehr als nur die Aussicht genießen möchte, der sollte auf der Rückfahrt an der nächsten Station Rotenboden (2.815 Meter) aussteigen. Von dort aus führen verschiedene Wanderwege durch das Gebiet. Unbedingt empfehlenswert ist die Wanderung zum nahegelegenen Riffelsee (2.757 Meter). Der See ist bekannt dafür, dass sich das Matterhorn in ihm spiegelt. Gut 200 Meter weiter liegt ein namenloser See gegangen, in dem sich das Matterhorn ebenso schön spiegelt. 

Neben den grandiosen Ausblicken auf die Bergwelt gibt es auf der Wanderung auch Pflanzen zu bewundern, die sich an diese extreme Höhenlage angepasst haben. Darunter die Frühlings-Küchenschelle und der Bayerische Enzian, sowie das Stängellose Leimkraut und die Gämsheide, eine kleine, niedrige Polsterpflanze, die dem Wind keine Angriffsfläche bietet. An der Station Riffelberg (2.582 Meter) kann man wieder in die Gornergrat-Bahn steigen und zurück nach Zermatt fahren.

Die Schweiz – Im Land der Viertausender

Nach einem bekannten Spruch sollen Gegensätze sich ja anziehen. Das kann ich nur bestätigen. Denn es zieht mich – obwohl ich ein typischer Küsten-Flachländer bin – auch immer wieder in ganz andere Regionen dieser Welt.

Gletscher-See vor Bergpanorama.

Und was ist nun der große Gegensatz zu Meer und Küste? Eben – die Berge. Und wenn schon Berge, dann will ich die wirklich hohen Berge sehen. Daher ist Schweiz mit ihren zahlreichen Viertausendern für mich das bevorzugte Hochgebirgs-Reiseziel. Immerhin sind 48 Gipfel der Schweiz über 4.000 Meter hoch – 41 davon liegen im Kanton Wallis. 

Für diese besondere Anziehungskraft gibt es gleich mehrere Gründe.

Da ich schon immer gerne zu Fuß unterwegs bin, bieten die Alpen beste Gelegenheiten zum Wandern. Dieses stetige Bergauf und Bergab ist doch etwas Anderes, als sich nur immer im flachen Land zu bewegen. Dazu ist es doch etwas ganz Besonderes, die Welt von oben zu betrachten und die fantastischen Ausblicke zu genießen.

Schon als junger Mensch habe ich mich für die Natur interessiert, ganz besonders für Pflanzen. Auch auf diesem Gebiet haben die Alpen für mich viel Neues zu bieten, das sich zu entdecken lohnt – die Alpen-Flora, die sich ganz gravierend von der Pflanzenwelt des Flachlandes unterscheidet.

Und dann sind da noch die Gletscher, die mich einfach faszinieren. Diese eisigen Welten, die einst gefürchtet waren, jetzt durch die Klima-Erwärmung stark bedroht sind. Ich musste die großen Gletscher einfach mal sehen – solange es sie noch gibt.

Der Aletsch-Gletscher ist der größte Gletscher der Alpen.