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Zwischen Nord- und Ostsee

Schaut man sich die Broschüren und Hochglanz-Magazine der Tourist-Informationen hier oben im Norden an, so könnte man meinen, dass es nur die Küsten-Regionen der Nord- und Ostsee geben würde. Das täuscht aber gewaltig.

Schleswig-Holstein wird auch gern als Land zwischen den Meeren bezeichnet. Die Bezeichnung sagt es bereits: es gibt auch ein Dazwischen, in dem es viel zu entdecken gibt.

Klar, die Massen der Besucher konzentrieren sich an den beiden Küsten. Das sollen sie auch gerne, denn umso ruhiger und entspannter geht es im Binnenland zu. 

So ganz entkommt man dem Maritimen im Binnenland aber nicht, denn es gibt überall im Land reichlich Wasser. 

Da ist der Nord-Ostsee-Kanal, der von der Elb-Mündung bei Brunsbüttel bis zur Kieler Förde die Nordsee mit der Ostsee verbindet. Mitten durch unser Land fließt die Eider, mit ehemals 188 Kilometern der längste Fluss Schleswig-Holsteins. Und in der Hügel-Landschaft der östlichen Landesteile gibt es zahlreiche Seen. Sie sind Relikte der letzten Eiszeit.

Dazu gibt es überall im Binnenland sehenswerte Orte, idyllische Landschaften, interessante Museen und historische Stätten zu entdecken.

An der Ostsee

Im nördlichsten Bundesland wohnend, habe ich das Glück, gleich zwei Meere in meiner Nähe zu haben – die Nordsee und die Ostsee. Da sie auch gar nicht so weit voneinander entfernt liegen, sind die beiden Küsten von überall im Land in relativ kurzer Zeit zu erreichen. Die schmalste Stelle liegt zwischen Husum und Schleswig. Hier sind Nord- und Ostsee gerade einmal 35 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. 

Die Schlei ist ein Segler-Paradies.

Die Ostsee ist von ganz anderem Charakter als die Nordsee. Da die Gezeitenunterschiede hier nur sehr gering sind, ist das Wasser immer da, wo es sein sollte. Sie wird allgemein als ruhig und lieblich wahrgenommen – was sie ja auch meistens ist. Aber sie kann auch ganz anders – wie die Sturmflut vom Oktober 2023 bewiesen hat.

Die Küste der Ostsee ist recht abwechslungsreich. Flache Sand- und Kiesstrände wechseln mit Steilküsten, weitläufige Küstenabschnitte mit tief ins Land reichenden Ostsee-Armen. Von Nord nach Süd sind dies die Flensburger Förde, die Schlei, die Eckernförder Bucht, die Kieler Förde und die Lübecker Bucht mit dem Mündungsgebiet der Trave.

Diese teils weit ins Binnenland hinein reichenden Meeresbuchten boten stets sichere Häfen und begünstigten so schon früh die Entwicklung des Seehandels. Hier liegen geschichtsträchtige Handelsorte, wie das wikingische Handelszentrum Haithabu und Lübeck, den Hauptort der mittelalterlichen Hanse.

Nachbarland Dänemark

Inseln und endlose Küsten

Über 400 Inseln, eine Küstenlinie von über 7.300 Kilometern, kein Ort ist weiter als 50 Kilometer von der See entfernt: Das ist Dänemark, unser Nachbarland im Norden. Allein diese Zahlen belegen, dass dieses Land zwischen Nord- und Ostsee landschaftlich viel zu bieten hat.
Dänemark blickt zudem auf eine lange Geschichte zurück. Es war der Wikingerfürst Gorm der Alte, der im 10. Jahrhundert kleinere Königreiche unter seiner Herrschaft vereinigte. Sein Sohn Harald Blauzahn nahm 960 den christlichen Glauben an – was als Geburtsstunde Dänemarks gilt.
Diese über 1000 Jahre lange Kontinuität hat viele Spuren hinterlassen: sehenswerte Städte und kulturhistorisch interessante Stätten.

  • Bornholm - Hellingdomsklipperne

Das Land des Märchendichters Hans Christian Andersen ist zudem für seine architektonischen Meisterleistungen bekannt. Sehenswerte Zeugnisse moderner Baukunst sind im ganzen Land zu finden.
Das alles sind für mich Anreize, gern im nördlichen Nachbarland unterwegs zu sein. In Jütland mit seinen Inseln in Nord- und Ostsee ebenso wie auf den Inseln jenseits und großen Belts und auf der ganz im Osten gelegenen Insel Bornholm.