Mit seinem schwarz-weißen Gefieder und dem langen roten Schnabel ist der Austernfischer leicht zu erkennen. Aufgrund dieses recht markanten Aussehens wird er auch gern als Halligstorch bezeichnet. Er ist das ganze Jahr über an unseren Küsten anzutreffen. Unverkennbar sind auch seine weithin hörbaren trillernden Balzrufe.
Bevorzugt brütet er in Ufernähe, gern in den Salzwiesen und auf den Halligen. Seinen Brutplatz und sein Revier behält er ein Leben lang und verteidigt sie gegen Konkurrenten. Werden die guten Reviere knapp, weicht er hinter die Deiche aus, manchmal auch ins Hinterland. Sogar auf geschotterten Flachdächern brütet er inzwischen.
Durch sein markantes Aussehen ist der Austernfischer nicht zu verwechseln.Mit dem kräftigen Schnabel wird nach Nahrung gestochert.
Im Schnitt werden Austernfischer etwa 20 Jahre alt, doch es wurden auch schon Exemplare mit einem Alter von über 40 Jahren nachgewiesen.
Obwohl der Charaktervogel der Nordseeküste noch recht häufig ist, werden die rückläufigen Bestandszahlen mit Sorge betrachtet. Der Bestand in Schleswig-Holstein wird derzeit auf 14.000 Brutpaare geschätzt. Vor 20 Jahren waren es noch doppelt so viele.
Auffällig ist der Balztanz der Austernfischer.Die Jungen sind Nestflüchter. Bereits kurz nach dem Schlupf werden sie von den Eltern vom Nest weggeführt.
Sein Name ist allerdings irreführend, denn Austern stehen nicht auf der Speisekarte des Austernfischers. Deren Schalen sind ihnen nun doch etwas zu hart. Dafür zählen aber Herz- und Miesmuscheln zu seinen Lieblingsspeisen. Auch Würmer, kleine Krebse und Insekten verschmäht er nicht.
So nebenbei:
Die Austernfischer brüten ja gerne auf Wiesen und Weiden. Eigentlich ist das ein richtig schöner und ruhiger Platz – wenn da nur nicht die lieben Nachbarn wären. Denn die nehmen einfach keine Rücksicht auf das Gelege. Da hilft es dann nur, ganz nachdrücklich seine Meinung kundzutun.
An den spitz zulaufenden Flügeln und dem gegabelten Schwanz sind Seeschwalben gut zu erkennen.
Mit ihrem silber-weißen Federkleid werden die Seeschwalben oft mit den Möwen in einen Topf geworfen. Was auch verständlich ist, da ohne Zweifel eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden ist. Aber wenn man etwas genauer hinschaut, sind sie doch recht gut voneinander zu unterscheiden.
So sind Seeschwalben in ihrem Erscheinungsbild schlanker und eleganter als Möwen, wirken nicht so plump. Auch sind sie im Flug gut an ihrem gegabelten Schwanz und ihren spitz zulaufenden Flügeln zu erkennen.
Es ist immer wieder faszinierend, Seeschwalben beim Jagen zu beobachten, denn sie haben eine besonders markante Jagd-Technik entwickelt. Um kleine Fische zu erbeuten, stehen sie zunächst rüttelnd über dem Wasser in der Luft, um sich dann urplötzlich mit angelegten Flügeln und Kopf voran ins Wasser hineinzustürzen.
An unseren Küsten kommen fünf Arten von Seeschwalben als Brutvögel vor: Am häufigsten sind die Küsten- und die Flussseeschwalbe, seltener sind die Zwergseeschwalbe und die Brandseeschwalbe. Die Lachseeschwalbe ist hingegen in unseren Breiten eine große Rarität geworden. Sie brüten bei uns in Deutschland nur noch mit sehr wenigen Brutpaaren.
Die Lachseeschwalbe ist eine Rarität an unseren KüstenZwergseeschwalbe
Die Küsten- und die Flussseeschwalbe sind sich sehr ähnlich. Sie lassen sich aber gut an ihren Schnäbeln unterscheiden: bei der Küstenseeschwalbe ist er einheitlich dunkelrot, bei der Flussseeschwalbe ist die Schnabelspitze schwarz.
Küstenseeschwalben haben einen einheitlich roten SchnabelFlussseeschwalben haben eine schwarze Schnabelspitze
Im Gegensatz zu den Möwen, die das ganze Jahr über anzutreffen sind, sind die Seeschwalben Zugvögel. Im Frühjahr kommen sie an unsere Küsten, um hier zu brüten. Im Herbst treten sie dann den Rückflug in ihre südlichen Überwinterungsgebieten an.
Die Küstenseeschwalben sind ein Rekordhalter: Sie gelten als der Zugvogel mit der längsten Zugstrecke. Ihr Überwinterungsgebiet liegt in den südlichen Polarregionen. Für die Vögel, die in den nördlichen Polarregionen brüten, bedeutet das für den Hin- und Rückflug eine Zugstrecke von bis zu 30.000 Kilometern.
Beobachtungs-Tipp
Im Allgemeinen brüten Seeschwalben in entlegenen Gebieten, in denen sie nicht vom Menschen gestört werden. Eine Ausnahme bildet die Kolonie am Eider-Sperrwerk. Von Juni bis Mitte Juli lässt sich hier das Brutgeschehen von recht Nahem erleben.
Die gemischte Brutkolonie von Küstenseeschwalben und Lachmöwen befindet sich auf den Abdämmungen zu beiden Seiten des Sperrwerks. Das Areal ist eingezäunt und darf nicht betreten werden.
Die Vögel haben sich an die zahlreichen Besucher des Eidersperrwerks gewöhnt, so dass das Brutgeschehen und die Fütterung der Jungvögel ganz aus der Nähe beobachtet werden kann. Doch sollte man auch eine gewisse Vorsicht walten lassen, denn es kann vorkommen, dass Besucher von den Vögeln als zu aufdringlich empfunden werden und sie dann attackieren.
Brutkolonie am Eider-SperrwerkJunge KüstenseeschwalbeDer Nachwuchs wird gefüttert
Die Möwen sind nicht nur die bekanntesten, sie sind auch die häufigsten Vögel unserer Küste. Sie gehören zum Bild der Nordsee einfach dazu. Das ganze Jahr über sind sie überall anzutreffen – in den Schutzgebieten ebenso wie in Ortschaften und auf See. Fragt man jemanden, was für ein Vogel das ist, wird wohl jeder gleich antworten: „Ist doch klar, eine Möwe“. Das ist zwar richtig, aber eine Möwe ist nicht gleich eine Möwe.
Möwen sind die Charakter-Vögel unserer Küsten.
An unseren Küsten kommen fünf Möwen-Arten recht häufig vor: die Silbermöwe, die Lachmöwe, die Sturmmöwe, die Heringsmöwe und die Mantelmöwe.
Am bekanntesten ist die Silbermöwe, die an ihrem weiß-silbergrauen Gefieder und dem kräftigen Schnabel mit dem roten Fleck gut zu erkennen ist. Mit einer Flügelspannweite von etwa 1,45 Metern gehören sie zu den größeren Möwen-Arten.
Silbermöwen sind mit ihrer Nahrung nicht wählerisch, sie haben ein recht breites Nahrungsspektrum. Und sie verstehen es auch, sich immer wieder neue Nahrungsquellen zu erschließen.
Silbermöwen haben nicht nur keine Scheu vor dem Menschen, sie sind auch ganz schön frech. Zudem sind sie auch recht intelligent und lernen sehr schnell. So haben sie sich in manchen Regionen zu kleinen Banden zusammengeschlossen. Diese lauern dann den arglosen Besuchern am Strand oder auf der Promenade auf, um ihnen im schnellen, überfallartigen Flug das Fischbrötchen oder die Currywurst samt Pommes zu rauben. Selbst Eis ist vor ihnen nicht sicher.
Die Silbermöwe ist gut an ihrem kräftigen Schnabel mit dem roten Fleck zu erkennen.Die junge Silbermöwe scheint sich über die merkwürdige Begegnung zu wundern.
Neben der Silbermöwe sind noch zwei weitere Möwen-Arten recht häufig in und um den Nationalpark anzutreffen: die kleinere Sturmmöwe und die Lachmöwe, die in der Brutzeit gut an ihrem schwarzen Kopf zu erkennen ist.
SturmmöweLachmöwe
Nicht ganz so häufig sind die Heringsmöwe und die Mantelmöwe. Wie die Silbermöwe sind auch sie große Möwen, die gut an ihrem kontrastreichen schwarz-weißen Gefieder zu erkennen sind. Zu unterscheiden sind sie durch die Färbung ihrer Beine: bei der Heringsmöwe sind sie gelb, bei der Mantelmöwe rötlich.
Mit einer Spannweite von knapp 1,70 Metern ist die Mantelmöwe die größte unserer heimischen Möwen. Die Heringsmöwe ist mit einer Spannweite von bis zu 1,60 Metern etwas kleiner.
HeringsmöweBrütende Mantelmöwen auf Sylt.
Noch recht selten anzutreffen ist die Schwarzkopfmöwe, die aus dem Mittelmeergebiet zu uns zugewandert ist. Seit 2010 sind sie in der Brutkolonie am Eider-Sperrwerk zu beobachten. Dort brüten sie auch schon seit einigen Jahren.Die Dreizehenmöwe ist hingegen ein echter Seevogel, der so gut wie nie an der Küste zu sehen ist. Lediglich auf Helgoland gibt es einen Bestand, der in den Klippen der Insel brütet.
Die Vögel sind zweifelsohne die spektakulärste Tiergruppe, die im Nationalpark und in seinen Randbereichen zu beobachten ist. Sie gibt es überall an der gesamten Westküste, manche Arten treten teils in spektakulären Mengen auf.
Gerade dieser Vogelreichtum ist es, der über das ganze Jahr hinweg zahlreiche Vogelbegeisterte in die Bereiche in und um das Wattenmeer zieht – Besucher von außerhalb ebenso wie Einheimische. Und ich muss gestehen, auch ich gehöre zu den Menschen, die von der Vielfalt der Vogelwelt jedes Mal aufs Neue fasziniert sind.
Vögel kommen zwar überall an der Westküste vor, aber es gibt auch Hotspots, in denen sie besonders zahlreich anzutreffen sind. Hier wurden Hütten oder Aussichts-Plattformen errichtet, von denen aus störungsfrei beobachtet werden kann.
Brutvögel, Durchzügler und Wintergäste
Manche Arten sind das ganze Jahr über anzutreffen, andere kommen aus dem Süden, um in den Sommermonaten bei uns zu brüten, während in den Wintermonaten Gäste aus dem Norden zu beobachten sind.
Im Frühjahr und Herbst fasziniert der Vogelzug. Dann verwandeln sich das Wattenmeer und die angrenzenden Bereichen zu dem vogelreichsten Gebiet Europas. Bis zu 12 Millionen Vögel nutzen es im Laufe des Jahres. Für die meisten von ihnen ist das Wattenmeer nur eine Zwischenstation, denn ihre Brutplätze liegen weit im Norden, in den arktischen Tundren von Grönland bis Sibirien. Für sie ist das Watt ein üppig gefüllter Tisch, an dem sie sich die dringend benötigten Fettreserven für ihre mehrere Tausend Kilometer weiten Zugstrecken zwischen den Brut- und Überwinterungs-Gebieten anfressen können.
Die Vielfalt der Vogelwelt
Über das ganze Jahr hinweg kann man Vögel beobachten. Das Artenspektrum ist vielfältig und je nach Jahreszeit variiert die Anzahl der Arten und Individuen. Mit etwas Glück sind auch seltene Arten zu sehen.
Allgegenwärtig – überall und zu jeder Jahreszeit – sind die Möwen. Sie sind die typischen Küstenvögel, die weder zu übersehen noch zu überhören sind. Möwen haben sich an den Menschen gewöhnt, sie sind überhaupt nicht scheu. Im Gegenteil, manchmal sind sie sogar recht aufdringlich.
LachmöweSilbermöwe
Oft werden Seeschwalben mit Möwen verwechselt. Die eleganten Flugkünstler sind aber nicht das ganze Jahr hier, sondern kommen aus den Süden zu uns, um hier zu brüten.
Enten und Gänse sind auf den Grünland- und Wasserflächen der Köge regelmäßig in großer Zahl anzutreffen.
Auch ist eine Vielzahl unterschiedlicher Watvogel-Arten zu beobachten. Die häufigsten sind die Austernfischer und die Rotschenkel, obwohl selbst bei ihnen die Bestände rückläufig sind.
AusternfischerRotschenkel
An der Küste sind aber nicht nur die typischen Meeresvögel zu beobachten. In den Randbereichen des Nationalparks sind auch Wiesenbrüter anzutreffen, die anderorts aufgrund intensiver Grünland-Nutzung bereits recht selten geworden sind. Dazu gehören der Kiebitz und die Feldlerche, die sich im Frühling vielerorts noch singend in die Lüfte schraubt.
KiebitzFeldlerche
Über die Ankunft eines Zugvogels freue ich mich jedes Jahr aufs Neue – auf die Kampfläufer. Viele Männchen beginnen schon hier bei uns, ihr Prachtkleid anzulegen. Manche fangen sogar schon mit ihren Balz-Ritualen an, die man mit ein wenig Glück beobachten kann.
Mit etwas Glück ist auch der König der Lüfte zu beobachten – der Seeadler. Es ist schon ein besonderer Anblick, den großen Greifvogel majestätisch durch die Lüfte gleiten zu sehen.
Ob als Tagesausflug oder bei einem längeren Aufenthalt: ein Besuch Helgolands ist für jeden Naturliebhaber ein ganz besonderes Erlebnis. Obwohl die Insel außerhalb des Wattenmeeres liegt und somit nicht zum Nationalpark gehört, bietet sie einige Besonderheiten, die es sonst nirgends in Deutschland gibt. Bereits die Überfahrt kann zu einem kleinen Abenteuer werden. Außerhalb des Wattenmeeres ist die See immer etwas rauer als in Küstennähe. Und bei starkem Wind macht das Schiff schon mal Bewegungen, die nicht jedem Magen zuträglich sind. Wer nicht ganz seefest ist, sollte daher lieber einen ruhigen Tag für die Überfahrt wählen. Auch die Ankunft kann ein besonderes ein Erlebnis werden: Die meisten Schiffe bleibt außerhalb des Hafens auf Reede liegen, das Übersetzen der Fahrgäste erfolgt dann mit den typischen Helgoländer Börte-Booten.
Helgoland in SichtDie Börte-Boote in BereitschaftÜbersetzen in einem Börte-Boot
Durch ihre übersichtliche Größe – die Hauptinsel ist rund ein Quadratkilometer groß, die Düne mit 0,7 Quadratkilometer etwas kleiner – ist Helgoland auch während des bei Tagesfahrten üblichen des drei- bis vierstündigen Inselaufenthalts gut zu erkunden. Mit ihren roten Buntsandstein-Formationen beeindruckt die Insel durch ihre landschaftliche Schönheit, die sich am besten durch den Rundweg entlang den 50 Meter hohen Steilküsten erschließt. Der Weg führt auch an der „Langen Anna“ vorbei, einer 47 Meter hohen, freistehenden Felsnadel am nördlichen Ende der Insel.
Helgoland beeindruckt durch seine roten KlippenDie Lange Anna ist das Wahrzeichen der InselEin gern besuchtes Ziel: die farbenfrohen Hummerbuden am HafenAuf Reede liegende Ausflugs-Schiffe
Seevögel Beeindruckend sind die zahlreichen Seevögel, die in den steil zum Meer abfallenden Klippen brüten und zum Teil aus nächster Nähe beobachtet werden können. Für fünf von ihnen liegen die einzigen Brutplätze in Deutschland auf Helgoland: Dreizehenmöwe, Tordalk, Eissturmvogel, Trottellumme und Basstölpel, den größten Seevogel des Nordatlantiks. Die Trottellummen haben einem der steilen Brutklippen, dem Lummen-Felsen, den Namen gegeben. Dort brüten die Vögel auf schmalen Felsbändern. Ihre Eier sind diesem gefährlichen Brutplatz angepasst: sie sind kegelförmig und können daher nicht herunterrollen. Jedes Jahr zwischen Mitte und Ende Juni treffen zahlreiche Vogelfreunde auf Helgoland ein, um ein einzigartiges Naturschauspiel mitzuerleben – den Lummen-Sprung. Angespornt durch das Rufen ihrer Eltern, springt der etwa drei Wochen alte, noch nicht flugfähige Lummen-Nachwuchs bis zu 50 Meter in die Tiefe. Das hört sich dramatisch an, ist es aber nicht. Gut gepolstert überstehen die Kleinen den Sprung ohne Schaden zu nehmen. Die Basstölpel sind seit 1991 als Brutvögel auf Helgoland anzutreffen. Seitdem hat sich der Bestand auf etwa 1000 Brutpaare vergrößert. Sie haben sich an die zahlreichen Besucher gewöhnt und lassen sich von ihnen nicht stören. Sie sind daher aus sehr kurzer Distanz zu beobachten und zu fotografieren. Der Eissturmvogel, der seit 1968 an den Felsen brütet, ist hingegen nicht so leicht auszumachen, da er sein Nest meist an schwer einsehbaren Stellen hat. Sein Bestand hat stark abgenommen: die Zahl der Brutpaare sank von vormals 100 auf nur noch 25 im Jahr 2022.
Seevögel brüten in den KlippenEine Kolonie TrottellummenBrütende Dreizehen-MöwenEine junge Dreizehen-MöweDie Basstölpel lassen sich von nahem BeobachtenBasstölpelJunger Basstölpel
Helgoländer Düne Auch die etwa einen Kilometer östlich der Hauptinsel gelegene Düne wartet mit einem besonderen Naturerlebnis auf. Aus relativ kurzer Entfernung lassen sich hier Seehunde und sogar Kegelrobben gut beobachten – an manchen Tagen können es mehrere Hundert Tiere sein. Mit ihren feinen Sandstränden dient die Düne als Bade-Insel. Auf ihr befinden sich zudem der Flugplatz der Insel, ein Leuchtturm und der Friedhof der Namenlosen.
Blick auf die Düne Der Friedhof der NamenlosenSeehunde am StrandAuch Kegelrobben lassen sich gut beobachten
Einkauf auf Helgoland Vor der Rückfahrt sollte die Gelegenheit zu einem Einkaufsbummel genutzt werden, denn so günstig kann man sonst nirgendwo in Deutschland einkaufen. Zolltechnisch gilt Helgoland als Ausland und unterliegt somit nicht dem Steuerrecht der EU. Doch die Waren werden nicht nur zollfrei, sondern auch ohne Mehrwertsteuer angeboten. Neben Zigaretten und Alkohol (Zollbestimmungen beachten) lohnt sich auch der Einkauf von Schmuck, Parfüm, Marken-Textilien und optischen Geräten.
Zahlreiche Geschäfte laden zum günstigen Shoppen ein
Kulinarischer Tipp: Knieper Wer in Bezug auf sein Essen etwas experimentierfreudig ist und auch gern etwas Neues ausprobieren möchte, der sollte unbedingt einmal eine Helgoländer Spezialität bestellen – den Knieper. Das sind die Scheren des Taschenkrebses, die gekocht – warm oder kalt – mit etwas Brot und verschieden Saucen serviert werden. Über das Besteck sollte man sich aber nicht wundern, denn oft gehört ein Holzkammer dazu, mit dem der Gast die Scheren zertrümmern muss, um an das schmackhafte Fleisch zu gelangen.
Knieper, eine Helgoländer Spezialität
Wie komme ich noch Helgoland? Während der Saison werden von Büsum aus täglich Fahrten nach Helgoland angeboten. Seit 2018 wird die Insel auch von den nordfriesischen Inseln Amrum aus mit einem Katamaran angefahren. Zudem besteht von dem Flugplatz Heide-Büsum eine Linien-Flugverbindung zum Helgoländer Flugplatz auf der Düne. Auch von Hamburg und der niedersächsischen Küste gibt es Möglichkeiten, die Insel zu erreichen.
Ab März treffen die Ringelgänse in riesigen Schwärmen auf den Halligen ein, um sich dort für den langen Weiterflug in ihre sibirischen Brutgebiete zu stärken. Da die Pflanzen der Salzwiese eine relativ energiearme Nahrung sind, müssen die Gänse täglich über Stunden hinweg sehr viel Gras fressen, um genügend Energiereserven zu bilden, mit denen sie die Strapazen der langen Reise überstehen. Da ist es verständlich, dass die Gänse nicht immer gern gesehene Gäste waren. Das hat sich inzwischen aber zum Glück geändert. Heute freut man sich auf den Halligen auf ihren Besuch und heißt die arktischen Brutvögel auf ihren Frühjahrszug willkommen. Seit 1998 laden die Hallig-Gemeinden, die Naturschutzverbände sowie die Nationalpark-Verwaltung zu den Ringelgans-Tagen ein, um das eindrucksvolle Naturschauspiel des arktischen Vogelzuges live und hautnah zu erleben. Wurden die Ringelgans-Tage im Anfangsjahr noch an zwei Tagen begangen, waren es 2023 bereits drei Wochen.
Ringelgänse auf Hallig HoogeIm Nationalpark-Seminarhaus Hooge werden die Ringelgans-Tage eröffnet
Die Eröffnung findet traditionsgemäß auf der Hallig Hooge statt. Dann sind große Ansammlungen auf den Weiden der Halligen zu sehen, und es bieten sich ausgezeichnete Möglichkeiten, die Ringelgänse zu beobachten. Zu den Ringelgans-Tagen wird auf den Halligen ein umfangreiches Programm mit Exkursionen und Vorträgen geboten, das viel Wissenswertes über die arktischen Brutvögel vermittelt. www.ringelganstage.de
Der Vogelzug im Herbst gilt gemeinhin als die beste Zeit, die gefiederten Gesellen im Nationalpark zu beobachten. Besonders empfehlenswert ist es, dieses Ereignis unter fachkundiger Begleitung zu erleben. Dazu laden die vor Ort tätigen Naturschutzorganisationen – der NABU, die Schutzstation Wattenmeer und der Verein Jordsand sowie die Seehundstation Friedrichskoog und die Nationalparkverwaltung – seit 1997 jedes Jahr Ende September/Anfang Oktober zum Westküsten-Vogelkiek ein.
Die Exkursionen finden unter fachkundiger Führung statt
Den Naturinteressierten wird ein breit gefächertes Exkursions-Programm angeboten. Zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Bus oder mit dem Schiff lassen sich die spektakulären Vogelansammlungen erleben. Aber es sind nicht nur die Massen, die jedes Mal erneut beeindrucken, es werden auch immer wieder Raritäten – wie zum Beispiel Eisenten oder das Odinshühnchen – beobachtet. Die grandiose Landschaft des Nationalparks, die beeindruckende Menge an Vögeln und die gut durchorganisierten und fachkundig geführten Touren machen den Westküsten-Vogelkiek jedes Jahr wieder zu einem besonderen Erlebnis. www.westkuesten-vogelkiek.de
Mit Glück kann auch das Odins-Hühnchen beobachtet werden
Die Westküste von Schleswig-Holstein hat sich im Laufe der Jahrhunderte ständig verändert. Durch Sturmfluten ging immer wieder Land verloren, im Gegenzug versuchten die Menschen durch Eindeichungen Land zu gewinnen. So prägt das Wechselspiel zwischen den Sturmfluten und der Landgewinnen das Gesicht dieser Landschaft.
Die Wehlen sind Zeugnisse frühere Sturmfluten und Deichbrüche.
Die Küstenbereiche sind meist künstliche, durch Menschenhand geschaffene Gebiete – die Köge, durch Eindeichungen gewonnenes Land. Noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts stand bei diesen Maßnahmen neben dem Küstenschutz die Landgewinnung im Vordergrund. Dann trat ein Gesinnungswandel ein, so dass zumindest ein Teil der eingedeichten Fläche und Schutz gestellt wurde.
Der Rickelsbüller Koog an der Dänischen Grenze.Vogelreichtum im Hauke-Haien-Koog.
So sind in diesen Gebieten für die Tier- und Pflanzenwelt interessante Gebiete entstanden, da die dort vorhandenen Wasserflächen flachen Lagunenlandschaften gleichkommen, die es sonst an der schleswig-holsteinischen Westküste nicht mehr gibt. Diese Flächen sind zu wichtigen Rastplätzen während des Vogelzuges geworden, auch können sich die Vögel nach der Nahrungsaufnahme im Watt und bei Hochwasser hierher zurückziehen.
Ziemlich genau in der Mitte zwischen den Urlaubsorten Büsum und Friedrichskoog liegt der Speicherkoog Dithmarschen. Er entstand 1978 als Maßnahme zur Verbesserung des Küstenschutzes und der Entwässerung des Hinterlandes. Ein Teil des durch die Eindeichung gewonnenen Landes wurde zur landwirtschaftlichen Nutzung ausgewiesen, weitere Areale blieben der Naherholung vorbehalten (Badestellen, Marina, Golfplatz, Surf-See).
Morgenstimmung im Speicherkoog Dithmarschen.
Da durch die Eindeichung ökologisch wertvolle Salzwiesen und Wattflächen unwiderruflich verloren gingen, wurden im Koog weiträumige Ausgleichsflächen für den Naturschutz geschaffen. Darunter zwei Naturschutzgebiete: das NSG Wöhrdener Loch im Nordteil und das NSG Kronenloch im Süden. Im gesamten Speicherkoog bieten sich das ganze Jahr über gute Beobachtungsmöglichkeiten. Von den durch den Speicherkoog führenden Straßen lassen sich die Flächen gut einsehen. Auch von der erhöhten Warte des Seedeichs bieten sich gute Einblicke in die beiden Naturschutzgebiete. Während des Vogelzuges sind hier immer wieder Raritäten anzutreffen. So zum Beispiel Odinshühnchen und Kampfläufer, die im Mai bereits mit ihrer spektakulären Balz beginnen. Im Sommer 2019 war sogar ein Rosa-Pelikan mehrere Wochen lang zu beobachten. Im Wattwurm, dem von der Schutzstation Wattenmeer betriebenen Informationszentrum, können sich die Besucher über den Nationalpark Wattenmeer und den Speicherkoog informieren. Es werden auch geführte Exkursionen angeboten. Unmittelbar neben dem Informationszentrum beginnt ein etwa 500 Meter langer Bohlenweg, ein barrierefreier Lehrpfad, auf dem viel über die Natur des Speicherkoogs zu erfahren ist.
Im Speicherkoog Dithmarschen.Info-Zentrum WattwurmWeißwangen-Gänse rasten im Speicherkoog.Kampfläufer im Prachtkleid.