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Ribe – Auf den Spuren der Wikinger

Um es gleich vorwegzusagen, in Bezug auf Ribe bin ich etwas voreingenommen. Denn für mich ist Ribe eine der schönsten und interessantesten Städte von ganz Süd-Jütland.


Der mittelalterliche Stadtkern mit seinen schmalen, kopfsteingepflasterten Straßen, den alten Fachwerkhäusern und den idyllischen Innenhöfen verleihen Ribe ein ganz besonderes Flair. Zahlreiche Fachwerkhäuser stammen aus dem 16.Jahrhundert, die ältesten sogar aus dem späten 15. Jahrhundert.
So ist es nicht verwunderlich, dass an jeder Ecke die Ruhe und die Gelassenheit einer gewachsenen Stadt mit einer mehr als tausendjährige Geschichte zu spüren ist.
Heute ist Ribe zwar eine beschauliche Stadt, doch das war nicht immer so. Über das gesamte Mittelalter hinweg, noch bis in die frühe Neuzeit, war Ribe der wichtigste dänische Nordsee-Hafen.


Ribe ist die älteste Stadt Dänemarks, wahrscheinlich sogar die älteste von ganz Skandinavien. Gleich zu Beginn des 8. Jahrhunderts wurde sie von Wikingern gegründet, die hier an der Ribe Å (Ribe-Au) einen sicheren Hafen fanden und einen Handelsort mit Marktplatz errichteten.
Durch archäologische Grabungen gesichert ist der Marktplatz, der sich einst zu beiden Seiten der Sct Nicolaj Gade befand. Wie die Befunde zeigten, wurde die Ansiedlung bereits um 725 planmäßig angelegt, mit Parzellen und gerader Wegeführung. Der Verlauf der Straße entspricht immer noch der damaligen Wegeführung. Wenn man die Straße entlang geht, ist es schon ein besonderes Gefühl, wenn man sich bewusst macht, dass wikingische Händler bereits vor 1.300 Jahren genau hier entlanggingen, um ihre Geschäfte zu machen.
Die genaue Lage des Hafens konnte hingegen noch nicht festgestellt werden. Mit Sicherheit befand er sich auch auf der nördlichen Seite der Ribe Å, wohl in dem Areal hinter dem Wikinger-Museum, zwischen der Au und der Sct Nicolaj Gade.

Hier an der Ribe Å wird der Hafen der Wikinger vermutet.


Um 860 herum wurde eine erste Kirche errichtet, wohl eine Gründung des Bischofs Ansgar von Bremen. Nach der Kirche von Haithabu, war es die zweite Kirche im Reich der Wikinger.
Da wohl nicht jedem die neue Religion ganz geheuer war, wurde sie sicherheitshalber auf der anderen Seite der Ribe Å, errichtet. Es war wohl eine Holzkirche, die nach und nach umgebaut und erweitert wurde, bis sie das wurde, was sie heute ist – der Dom zu Ribe, das Wahrzeichen und die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Stadt.


Einen guten Eindruck, wie es damals zur Zeit der Wikinger in Ribe ausgesehen hat, vermittelt das etwas außerhalb des Stadtkerns gelegene Ribe VikingeCenter.
Sehenswert ist auch das Wikinger-Museum. Zu den bedeutendsten Exponaten zählt ein Silberbecher, von dem angenommen wird, dass er von einem Raubzug aus dem Fränkischen Reich stammt.
Von der großen Bedeutung der Stadt zeugen auch die Überreste des Riberhus, dem einstigen Schloss der Stadt. Im 12. Jahrhundert wurde es nordwestlich der Stadt errichtet und diente etwa zwei Jahrhunderte lang als zeitweise Residenz der dänischen Könige. Im 17. Jahrhundert wurde es während des Dreißigjährigen Krieges vollständig zerstört.
Der Wassergraben, der Schlosshügel, ein paar Steine – mehr ist von dem einstigen Riber Schloss heute nicht mehr zu sehen.

Die Überreste des einstigen Riber Schlosses vor der Silhouette der Stadt.

Nachbarland Dänemark

Inseln und endlose Küsten

Über 400 Inseln, eine Küstenlinie von über 7.300 Kilometern, kein Ort ist weiter als 50 Kilometer von der See entfernt: Das ist Dänemark, unser Nachbarland im Norden. Allein diese Zahlen belegen, dass dieses Land zwischen Nord- und Ostsee landschaftlich viel zu bieten hat.
Dänemark blickt zudem auf eine lange Geschichte zurück. Es war der Wikingerfürst Gorm der Alte, der im 10. Jahrhundert kleinere Königreiche unter seiner Herrschaft vereinigte. Sein Sohn Harald Blauzahn nahm 960 den christlichen Glauben an – was als Geburtsstunde Dänemarks gilt.
Diese über 1000 Jahre lange Kontinuität hat viele Spuren hinterlassen: sehenswerte Städte und kulturhistorisch interessante Stätten.

  • Bornholm - Hellingdomsklipperne

Das Land des Märchendichters Hans Christian Andersen ist zudem für seine architektonischen Meisterleistungen bekannt. Sehenswerte Zeugnisse moderner Baukunst sind im ganzen Land zu finden.
Das alles sind für mich Anreize, gern im nördlichen Nachbarland unterwegs zu sein. In Jütland mit seinen Inseln in Nord- und Ostsee ebenso wie auf den Inseln jenseits und großen Belts und auf der ganz im Osten gelegenen Insel Bornholm.